reißt mich nicht vom Hocker

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maidmary Avatar

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Krimis sind generell nicht gerade mein bevorzugtes Genre. Ab und zu lese ich einen oder höre auch mal ein gut gelesenes Hörbuch, aber das sind Ausnahmen. Es scheint ein ungeschriebenes Gesetz zu geben, dass Krimis sprachlich nicht besonders anspruchsvoll sein dürfen, damit man sie möglichst schnell verschlingen kann. Das finde ich ein bisschen schade und es ist leider auch bei der vorliegenden Leseprobe der Fall - platte Dialoge und (bisher zumindest) austauschbare Charaktere. Auch der Aufbau ist alt bewährt: viele verschiedene Bruchstücke, die beim Leser eine Menge Fragen aufwerfen und sich erst im Laufe der Handlung zusammenfügen.

Lediglich die Schilderung des Mordes aus Sicht des Opfers am Anfang fand ich ungewöhnlich. Dieser Teil war sehr spannend und hat mir gut gefallen. Als es danach aber im oben erwähnten üblichen Krimi-Trott weiterging und auch sprachlich eher fade blieb, flaute die Lust am Lesen schnell ab. Ermittler, die im Büro rumhängen und belanglose Gespräche führen, resp. ihre Freundin besuchen und in der Küche vögeln... nun ja. Nicht gerade innovativ. Selbst wenn der Fall möglicherweise gut konstruiert ist (das kann man ja meist erst am Schluss beurteilen), reizt mich dieser Einstieg nicht zum Weiterlesen.