Priester und Ritter

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
moehrchen Avatar

Von

Die Autorin Gisa Klönne wurde 1964 in Stuttgart geboren. Sie studierte Germanistik und Politikwissenschaft in Darmstadt und in Guildford (Großbritannien) und Anglistik, Germanistik und Theater-, Film und Fernsehwissenschaften in Köln. Sie arbeitete einige Jahre als Journalistin, noch heute ist sie als freie Journalistin tätig. 2009 erhielt sie den Friedrich-Glauser-Preis. Inzwischen sind fünf Bücher aus der Judith-Kriegers-Reihe von ihr erschienen.

Karneval in Köln: Am Aschermittwoch wird ein toter Mann in einem Priestergewand vor der Kirche Sankt Pantaleon in Köln gefunden. Zunächst ist die Identität des Mannes unklar. Der einzige Zeuge hat, bevor er niedergeschlagen wurde, einen Ritter mit Schwert gesehen. Der Fall wird Manni Korzillius und seinen Kollegen zugeteilt. Hat der Mörder es auf Vertreter der Kirche abgesehen?

Das ist mein erstes Buch von Gisa Klönne. Wie ich aber feststellen musste, handelt es sich bei diesem Buch schon um den vierten Fall von Judith Kriegers, die am Anfang des Buches gerade aus dem Krankenhaus entlassen wird und noch an den Folgen eines schweren Traumas leidet. Der Autorin ist es meiner Meinung nach sehr gut gelungen die Zerrissenheit von Judith Kriegers zu beschreiben, immer wieder muss sich diese zwingen ihre Gedanken im hier und jetzt zu halten.  Ich kann mir gut vorstellen, dass das Betroffenen so ähnlich geht.

Das Buch ist in mehreren Handlungssträngen aufgebaut, die zunächst keine Verbindung zu haben scheinen aber der Autorin gelingt es virtuos, diese zu verknüpfen und dem ganzen einen Sinn zu geben.

Am Anfang musste ich mich in den Schreibstil der Autorin erst hineinfinden. Sie schreibt in kurzen, manchmal abgehackt wirkenden Sätzen. Teilweise habe ich mich gefühlt, als ob ich eine Aufzählung von Dingen lesen würde. Man gewöhnt sich jedoch sehr schnell an den Schreibstil, irgendwie passt er auch sehr gut zur Atmosphäre des Buches. Gut finde ich, dass Gisa Klönn auch vor brisanten Themen nicht zurückschreckt, sondern diese wirklich gut in ihrem Buch verarbeitet. Man hat auch das Gefühl, dass sie vorher gut recherchiert hat.

Bei dem Buch handelt es sich, wie schon geschrieben, um einen Krimi, der in Köln spielt. Anders als einige ihrer Kollegen verzichtet Frau Klönne jedoch darauf, ihre Protagonisten durch Köln wandern zu lassen und jeden einzelnen Straßennamen dabei zu erwähnen. Genau das hat mir gut gefallen, dass Köln-Flair ist zwar da aber es ist nicht so dominant, so dass man sich auch als nicht Kölnkenner trotzdem wohl fühlt.

Da sage noch einer, dass deutsche Autoren keine guten Krimis schreiben können. Wer so was behauptet, der hat noch keine Buch von Gisa Klönne gelesen. Ich vergeben das Prädikat: Empfehlenswert.