Treffen der Generationen

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lilstar Avatar

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Frau Ella Sonntag ist eine rüstige, fast 90 Jahre alte Dame, die an einem Augen operiert werden soll, was sie allerdings eigentlich gar nicht will, denn sie ist glücklich, so wie es ist. Wie so oft im Leben sind andere Leute aber ganz anderer Meinung. In diesem Fall: ihre Ärzte. Diese möchten ihr Auge nämlich gerne operieren. Soweit so gut. Allerdings wird Frau Ella misstrauisch und unsicher, als sie aufgefordert wird eine Einverständniserklärung zur Risikoaufklärung zu unterschreiben, die sie missachtend ihre „Todeserklärung“ nennt.
 
Wie gut, dass da auch noch Sascha ist. Sascha ist ein junger Mann. Eine ganz andere Generation als Frau Ella und überhaupt nicht begeistert, als Frau Ella, aus unvermeidlichen Gründen, seine neue Zimmernachbarin wird. Zunächst wütend, fühlt er sich bevormundet von der älteren Dame, aber sein Versuch zu rebellieren, weicht einer Resignation und schließlich schließt er sogar einen Pakt mit der alten Frau Ella.
 
Sehr einfühlsam und auch sehr amüsant beschreibt Florian Beckerhoff hier mehr als nur die Beziehung zweier Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Er beschreibt einen Konflikt, den wohl jeder Mensch kennt und über den sich wohl auch jeder schon mindestens einmal gewundert, wenn nicht gar geärgert hat: den Generationenkonflikt.
Wer hat sich nicht schon einmal über das merkwürdige Verhalten der anderen Generation gewundert? Über andere Ansichten, andere Prioritätensetzungen? All dies wird in diesem Roman in sehr angenehmer Forum aufgegriffen und verarbeitet.
 
Mir hat das persönlich sehr, sehr gut gefallen und ich würde auf jeden Fall gerne viel mehr über dieses ungleiche Paar – Frau Ella und Sascha – lesen.