Frostblüte

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fireez Avatar

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Einsames Mädchen mit grausamer Vergangenheit und dunklem Geheimnis trifft liebevollen Held - was will man mehr in einem Fantasy-Roman für junge Leserinnen?! Auch wenn der Klappentext leider mal wieder viel Nonsens erzählt, kann der Inhalt dafür umso mehr überzeugen. Entgegen dem Klappentext ist es nämlich (zum Glück) nicht so, dass Frost sich irgendwie verwandeln würde, wenn sie jemanden liebt. Nur große Angst oder Wut lösen den Wolf in ihr aus. Aus diesem Grund ist sie auch seit ihrem achten Lebensjahr auf der Flucht - eine Außenseiterin, die sich von allen fernhält, aus Angst, sie verletzen zu können. Sie ist ganz auf sich alleine gestellt und vertraut niemanden - und genau das macht sie zu so einem interessanten Charakter.


Frosts Vergangenheit, und damit der Grund für ihr Verhalten, wird nur Stück für Stück in kurzen Rückblicken aufgedeckt. Das macht das Lesen sehr unterhaltsam und auch spannend, da man immer mehr erfahren und die eigenen Wissenslücken über ihr Leben schließen möchte. Man lernt sie auf diese Weise immer besser kennen und verstehen und ihre Geschichte lässt auf jeden Fall mitfühlen.


Einen großen Anteil daran hat natürlich auch der Schreibstil der Autorin. Sie weiß genau, wann sie etwas zur Vergangenheit einbauen muss oder wann es erst einmal besser ist, etwas zu verschweigen, um die Neugier beim Leser aufrechtzuerhalten. Der Stil an sich ist dabei durchweg einfühlsam und versinkt nur ab und vor allem gegen Ende im Kitsch. Aber das sei verziehen, da es da nunmal um die Liebesgeschichte geht und das schaffen die wenigsten ohne Kitsch. ;-)


Während Frost sehr gut ausgearbeitet ist und ihre Höhen und Tiefen hat, fand ich die Nebencharaktere teilweise etwas zu klischeehaft. Auch ihnen wurde teilweise eine gut ausgearbeitete Vergangenheit mitgegeben, aber dennoch wirkten die Charakterzüge teilweise wie aufgebügelt und nicht ganz stimmig. Frost, um die es hier aber eigentlich geht, war hingegen so gut dargestellt, dass es einen Ausgleich schaffte.


Auch wenn die Charaktere - einmal abgesehen von Frost - wenig Spannendes zu bieten hatten, fand ich die Geschichte in ihrer Gesamtheit aber absolut mitreißend und allein die Schreibweise der Autorin hat mich schon dazu getrieben, immer weiterlesen zu wollen. Am Ende verlor der Spannungsbogen aber leider etwas. Die Geschichte wirkte plötzlich einfach nicht mehr rund, so als ob die Autorin das Ende irgendwie erzwingen wollte. Dennoch gibt es von mir die volle Punktzahl, da die Autorin kein 08/15 Ende gewählt hat, sondern ... nunja ... lest selbst ... *g*