toll

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
lexi11116 Avatar

Von

Ein Findelkind im Gebüsch eines Friedhofs, eine nackte Frauenleiche an der Bushaltestelle selbigen Friedhofs und eine Ex-Kommissarin, die als Friedhofsgärtnerin besagten Friedhofs mit solchen Fundstücken eigentlich nichts mehr zu tun haben wollte.
So beginnt der zweite Kriminalroman der Gesine Cordes Reihe von Annette Wieners.
In kurzen Rückblenden erfährt der Leser, dass Gesine wegen des tödlichen Verlusts ihres eigenen Kindes sich von ihrem alten Leben radikal trennte, was sich jedoch nicht immer so einfach durchhalten lässt wie sie hofft. Denn noch immer gibt es starke Bindungen in die Vergangenheit, die sie noch nicht loslassen, und die sie noch nicht loslassen kann. Zumindest bis zum Finale des Buches.
Das Kind kommt ins Krankenhaus, die Leiche in die Pathologie. Der Verdacht, dass Kind und Leiche zusammen gehören bestätigt sich nicht. Gesines ehemalige Kollegin Kommissarin Marina Olbert ermittelt in diesem Fall offiziell, Gesine Cordes inoffiziell. Gesines Kollege, ein zunächst vermisster Friedhofswächter wird schwerst verletzt in seiner Wohnung aufgefunden, weitere Fundstücke wie Kindermützen und Damenanoraks tauchen auf, die Gesine und Marina Olbert zuerst nicht in zum Fall passende Zusammenhänge bringen können. Schließlich meldet sich Gesines Exmann Klaus, der seit Jahren in Georgien undercover ermittelt, wieder bei ihr.
Wie es oft passiert, nimmt man einen Faden auf und hält sich daran fest, stolpert man schließlich über Knoten anderer Fäden und das Ganze wird ein Netz. So auch in diesmal.
Gesine und Marina bekommen es mit der georgischen Mafia zu tun, die wiederum ihre Fäden bis in die obersten Reihen der Polizei gespannt hat, um störungsfrei zu agieren. Diese betreibt einen regen Kinderhandel, der richtig viel Geld bringt, und deshalb auch handfest bis zum skrupelosen Mord verteidigt wird. Gesines Exmann, weiß dies schon länger und kommt in akute Lebensgefahr, weil er sehr viel mehr weiß als den Mafiabossen und ihren Verbindungsmännern lieb ist. Besonders sein Chef interessiert sich für seinen Verbleib, was Klaus dazu veranlasst erst einmal von der Bildfläche zu verschwinden, wobei ihm Gesine, zuerst widerwillig, schließlich auch hilft.
Auch der Lebensfaden des Findelkindes droht ein zweites Mal zu reissen, und Gesine wird dessen Leben auch ein zweites Mal retten, und ihr eigenes Leben diesmal endgültig in neue Bahnen lenken können, nachdem sie die Bindungen der Vergangenheit endlich wirklich lösen kann.
Eine hellere Zukunft steht in Aussicht, denn nun kann Gesine sich Hannes, ihrem langjährigen Verehrer, mit voller Aufmerksamkeit zuwenden.
Fall nach aufregenden 347 Seiten gelöst.
Annette Wieners neuer Krimi ist spannend bis zum Finale.
Meine Empfehlung: Lesenswert! Unbedingt.