Auch der Tod kann uns nicht trennen

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lese_katze92 Avatar

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Als Rabbit Hayes an einem kühlen aber sonnigen Tag nach langer, schwerer Krankheit ihr Leben aushaucht, ahnt von ihrer Familie noch niemand, wie sehr ihr Verlust ihr aller Leben für immer nachhaltig verändern wird. Während Juliet, Rabbits Tochter, welche die Welt zunächst durch einen Schleier wahrnimmt, nicht nur mit den Problemen des Erwachsenwerdens kämpft, muss sich ihr Onkel Davey ganz anderen Herausforderungen stellen. Denn neben seiner erfolgreichen Musikkarriere ist er nun Juliets Erziehungsberechtigter. Grace, Rabbits Schwester, hat neben ihren pubertären Söhnen, ihrer Ehe und die Trauer um ihre Schwester nun auch noch die Gewissheit, dass sie jenes todbringende Gen in sich trägt, welches ihre Schwester so qualvoll umgebracht hat. Dies stellt sie nicht nur vor schwerwiegende Probleme, sondern drängt ihr zugleich auch immer mehr die Frage auf, wie es mit ihrem Leben weitergehen soll. Marjorie, Rabbits beste Freundin, steht nach Rabbits Tod vollkommen alleine da. Ihr Job ist alles andere als ausfüllend und ihr Exmann hat sich mit einer anderen Frau den Traum von einem Baby erfüllt. Was soll sie jetzt nur tun ohne ihre beste Freundin? Jack und Molly Hayes müssen nicht nur den überaus schmerzvollen Verlust ihres geliebten Kindes verkraften, sie stehen auch vor scheinbar unüberwindbare Differenzen, welche ihre einst so sichere Ehe gehörig in Schieflage bringen wird. Welchen Sinn hatte Rabbits Tod und wie wird es ihren Angehörigen ergehen? Werden sie jemals wieder lachen können oder gar Glück empfinden? Was ist eine Welt wert ohne Rabbit Hayes, Schwester, Mutter, Tochter und nicht zuletzt beste Freundin...

Mit "Für immer Rabbit Hayes" ist Anna McPartlin eine großartige, unterhaltsame und sehr gefühlvolle Fortsetzung ihres Werkes "Die letzten Tage von Rabbit Hayes" gelungen, welche aber auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden kann. Einfühlsam und zugleich mit jeder Menge Situationskomik erzählt Anna McPartlin die Geschichte der Familie Hayes und wie es für die einzelnen Familienmitglieder nach dem Tod der Mutter, Schwester, Tochter oder beste Freundin weitergeht. Durch stetig wechselnde Perspektiven erlebt der Leser Emotionen wie Wut, Trauer, Angst, Verzweiflung aber auch Hoffnung, Freude, Liebe und Glück. Durch die stetigen Perspektivwechsel entstehen zudem immer wieder kleinere Cliffhanger, weshalb man die Geschichte nur schwer wieder aus der Hand legen kann. Wer allerdings nur seichte Lektüre bei diesem Buch erwartet, wird bitter enttäuscht werden, da Themen wie Krebs und auch der Tod tragende Rollen in der Handlung übernehmen. Dennoch handelt es sich keineswegs um eine zähe Geschichte mit unnötigen Längen, da es der Autorin durch ihren lebendigen und zugleich flüssigen hervorragend gelungen ist, die Geschichte stets spannend und zugleich in einem gewissen Maße unterhaltsam zu gestalten. Ebenso positive aufgefallen ist mir auch die authentische und detailreiche Erzählweise, welche mich schnell in ihren Bann ziehen konnte. Die äußere Gestaltung, die diesem 510 Seiten starken Buch zugehörig ist, ist durch seine eher hellen Farben beinahe fröhlich und vermittelt bei genauerer Betrachtung schon indirekt Botschaften hinsichtlich der Handlung des Buches. Anders als bei dem Vorgänger spiegelt es durch seine helle Farbwahl auch wichtige Werte des Buches wider, wie beispielsweise Hoffnung. Insgesamt ist Anna McPartlin eine großartige Geschichte über eine scheinbar ausweglose Situation gelungen, welche dennoch deutlich zeigt, dass trotz aller Widrigkeiten das Leben immernoch gut werden kann.