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tinchen007 Avatar

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Erzählt wird die Geschichte von Ladydi, ihrer Familie und ihren Freunden aus dem kleinen Dorf in Mexiko, abseits von Strand, Meer, Urlaubsfeeling und dem schönen Sein .
Die Mädchen dürfen hier nicht Mädchen sein, da man sonst fürchten muß, dass die von mächtigen Drogenbossen entführt werden. Sobald sich ein Auto nähert, verstecken sich die Mädchen in selbstgegrabenen Erdlöchern. Die Frauen versuchen so, ihre Kinder zu schützen, und das einfache Leben zu meistern. Und doch erwischt es eine Freundin von Ladydi, die nach einiger Zeit schwer traumatisiert zurückkehrt.
Die Männer verschwinden in die großen Städte, und lassen in der Regel bald nichts mehr von sich hören. Auch Ladydis Vater ist hier nur eine Randfigur. Das wahre Leben machen die Frauen unter sich aus. Ladydi bekommt die Gelegenheit aus all dem auszubrechen, als man ihr eine Stelle als Kindermädchen vermittelt. Das Schicksal meint es aber nicht nur gut mir ihr. Zunächst muß sie (aus Distanz) erleben, wie ihr Vermittler einen Drogenboss und dessen kleine Tochter erschießt. An ihrer Arbeitsstelle angekommen, scheint sich dann alles zum Guten zu wenden. Die Hausherren sind nicht da, sie lebt sich ein, verliebt sich in den Gärtner und als sich herausstellt, dass die Hausherren allesamt umgekommen sind, übernehmen sie, der Gärtner und die Hausdame selbstverständlich die Rollen der Hausherren und leben im Luxus. Bis die Polizei vor der Tür steht und sie für den Tod des Drogenbosses und seiner Tochter zur Verantwortung ziehen will. Im Gefängnis lernt sie weitere ähnliche Schicksale kennen, und erfährt schließlich dort auch, wessen Tochter das kleine getötete Mädchen war. Den Schluß möchte ich hier absichtlich nicht weiter beschreiben, denn auch wenn man es nicht unbedingt erwarten will, war es doch eine Überraschung.

Mir hat das Buch gut gefallen. Die Sprache ist einfach, und doch können die Bilder gut transportiert werden. Gerade die Lebensumstände haben sich für mich sehr anschaulich dargestellt. Das Schicksal der kleinen Ladydi dürfte eines von vielen sein, die man nicht sieht (oder nicht sehen will), wenn man Mexiko lediglich als Urlaubsland kennt. Ein toller Einblick in das Leben der einfachen Leute.