Spannend und bewegend

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Dieses Buch schildert das harte Leben einer kleinen Dorfgemeinschaft in den Bergen Mexikos. In dem Dorf leben überwiegend Frauen und ihre Töchter. Die Männer verdienen ihr Geld in den USA oder sind auf dem Weg dorthin ums Leben gekommen. Jüngere Männer ziehen in die umliegenden großen Städte. Drogendealer kommen die Dörfer und entführen junge Mädchen, deren Schicksal ungewiss bleibt. Aus Angst vor diesen Menschenhändlern werden junge Mädchen in Erdhöhlen versteckt oder als Jungs ausgegeben. Aber die Frauen bilden eine starke Gemeinschaft und helfen sich gegenseitig.
Auch Ladydi ist eines dieser Mädchen. Sie lebt alleine mit ihrer alkoholsüchtigen Mutter in einer einfachen Hütte am Rande des Dschungels. Ladydi träumt von einem "normalen" Leben, von der Flucht aus dieser trostlosen Umgebung. Eines Tages erhält sie die Chance, als Kindermädchen bei einer reichen Familie in Acapulco zu arbeiten. Mike, der Bruder ihrer besten Freundin Maria bringt sie mit seinem Auto nach Acapulco. Unterwegs trifft sich Mike mit einem Drogendealer. Er tötet ihn und dessen kleine Tochter. Dann übergibt er ein Päckchen mit Heroin Ladydi, die es für ihn aufbewahren soll.
Ladydi lebt ein halbes Jahr in der Villa ihrer Arbeitgeber, ohne diese je kennenzulernen. Sie lebt dort zusammen mit dem Hausmädchen Jacaranda und dem Gärtner Julio, in den sie sich verliebt und eine Liebesbeziehung mit ihm beginnt. Die drei genießen ihr Leben in der Villa, da der Arbeitgeber nie auftaucht.
Eines Tages führt die Polizei eine Razzia in der Villa durch und entdeckt neben einem Waffenlager des Hausherrn auch das Päckchen mit Heroin bei Laddydi. Sie wird wegen Mordes an dem Dealer und seiner kleinen Tochter verhaftet und ins Gefägnis verbracht.
Auch in dieser trostlosen Umgebung zerbicht sie nicht an ihrem Schicksal, da sie auch hier die große Solidarität von Frauen erfährt.
Zum Schluß gelingt es Ladydis Mutter sie aus dem Gefägnis zu holen, da Ladydi noch keine 18 Jahre alt ist. Sie beschliessen zusammen mit Maria in die USA zu gehen, in der Hoffnung auf ein besseres Leben.

Die Autorin Jennifer Clement hat für diesen Roman über 10 Jahre vor Ort recherchiert und vom Drogenmilieu betroffene Frauen interviewt.
Und das ist für mich das bewegende an diesem Roman: er ist authentisch. Diese Ladydis gibt es wirklich, diese Frauen, die in einer trostlosen Umgebung aufwachsen. Geprägt von der Drogenmafia, korrupten Polizei- und Staatsbeamten, drogen- und alkoholsüchtigen Mitmenschen, Armut und sogar Prostitution und Mord. Aber sie haben auch eine Stärke: ihre Solidarität.
Wie bereits erwähnt, ein spannender und bewegender Roman, der zum Nachdenken anregt und deshalb von mir 5 Punkte!