Ein starkes Stück Literatur

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curin Avatar

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Andrea wird in Österreich mitten in eine Bauersfamilie hinein geboren. Mit ihrer Behinderung hat sie es im Leben oft schwer, aber entwickelt sich dennoch zu einem starken Mädchen und damit auch zu einer starken Frau... .
Gabriele Kögl hat hier eine bewegende Geschichte geschrieben, die mich an vielen Stellen sehr berührt und auch aufgewühlt hat.
Im Mittelpunkt steht Andrea, die alleine durch ihre Behinderung schon einen schweren Start ins Leben hat und auch von ihren Eltern keine Zuneigung, sondern nur Strenge und Härte erfährt. Allein die Großmutter liebt sie von ganzem Herzen und unterstützt sie.
Mich hat beim lesen beeindruckt, was für eine Entwicklung Andrea durchmacht. Dass, was sie mit ihren Beinen nicht leisten kann, macht sie mit ihrem ehrlichen und manchmal ziemlich großem Mundwerk wieder wett und konfrontiert damit ihre Umwelt oft mit Dingen, die unangenehm sind und eigentlich nicht ausgesprochen werden sollen.
Die Autorin schreibt gut lesbar und schildert ohne viel Schnickschnack Andreas Schicksal.
Bei mir hat das Buch unterschiedlichste Gefühle ausgelöst. So habe oft Mitleid mit Andrea empfunden, aber manchmal musste ich auch schmunzeln, als zum Beispiel beschrieben wird, wie der Vater auf dem Plumsklo sitzt und sich dabei mit vorübergehenden Leuten unterhält.
Insgesamt ist ,,Gipskind" ein außergewöhnlich geschriebenes Buch, das aufwühlt und mich beeindruckt hat. Gerne empfehle ich es hier weiter.