Anfang gut - Ende schlecht!

Voller Stern Voller Stern Leerer Stern Leerer Stern Leerer Stern
finebouche Avatar

Von

Uli und Hannes sind Freunde seit ewigen Zeiten. Doch nun liegt Hannes im Koma. Bei einem Motorradausflug ist Hannes verunglückt. Uli schreibt, auch um sich selbst zu helfen, Briefe an Hannes, in denen er dem Patienten von seinem täglichen Leben erzählt: von seiner Arbeit als Zivi im "Vogelnest", einem Heim für psychisch Kranke, von den Treffen mit den Freunden, von seinen erotischen Abenteuern und seinen Gefühlen und Ängsten. Er besucht ihn, so oft es geht und ist der festen Überzeugung, dass Hannes wieder gesund wird. Das Krankenhauspersonal kennt ihn und auch der behandelnde Arzt ist ihm, nach anfänglichen Schwierigkeiten, zugetan. Hannes Eltern und die anderen Freunde haben größere Probleme, mit dessen Zustand klarzukommen und auch Uli kommt schliießlich an seine Grenzen. Gut, dass es Schwester Walrika gibt, die gute Seele des "Vogelnests", die ihm in schweren Zeiten hilft.

Ich war skeptisch dem Buch gegenüber und leider hat sich mein Vorgefühl nicht getäuscht. In finde den Roman ganz gut geschrieben, solange es um die Erzählungen des täglichen Lebens Ulis geht. Die Geschichten aus dem "Vogelnest" haben, trotz der Probleme der Insassen, Charme und Rita Falk hat die passende Sprache dafür gefunden. Es ist bestimmt nicht leicht, so eine tragische Geschichte zu Ende zu bringen, aber in dieses Ende, finde ich, wurde einfach zu viel gepackt. So, als fehlte noch "Action". Mir ist das zu viel. Die Handlung wird unglaubwürdig und rührseelig. Eine zum Schluss eingeflochtene "Traumsequenz"  setzt dann noch den sentimentalen I-Punkt. Ich finde es schade, denn dieser Ansatz, wie durch ein paar Sekunden nicht Aufpassens, das Leben vieler Menschen außer Kontrolle gerät und auf den Kopf gestellt wird, ist sehr interessant und spannend, ebenso wie die Idee, dies durch Briefe ausdrücken zu lassen. Ich glaube, es wäre besser gewesen, das Buch unspektakulärer zu beenden.