bewegend

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silencia Avatar

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"Hannes" berührt. Muss es auch einfach. Eine ergreifende Geschichte über wahre Freundschaft, über eine Zuneigung und Vertrautheit, die nichts und niermand erschüttert, die über allem steht.

Hannes hat einen Motorradunfall und liegt seitdem im Koma. Und der einzige, der all die langen Monate an ihn glaubt und immer wieder voller Hoffnung ist, ist sein bester Freund Uli. Fast jeden Tag wacht er an Hannes Bett, registriert jede kleinste Veränderung und erfreut sich an jedem noch so kleinen Fortschritt. Uli ist fast durchgehend unglaublich positiv und glaubt fest an Hannes Genesung. Die Briefe, die er ihm schreibt sind ein Tagebuch aus Ulis Leben, in dem wir viel über seine Emotionen und innersten Gedanken erfahren.Er hofft und bangt, spricht mit Hannes als sei dieser gesund, macht seine Witze. Ab und an wird aber selbst er wütend, weil die Zeit vergeht und Hannes einfach nicht wach wird, "naturgemäß nicht reagiert".

Uli ist ein unglaublich interessanter Charakter. Welcher Kumpel nimmt denn tatsächlich so viel auf sich und hält so lange an jemandem fest, obwohl Fortschritte ausbleiben? In seinem Zivildienst im "Vogelnest" geht er total auf, macht wesentlich mehr, als seinen normalen Dienst. Er ist ein totaler Gutmensch, was allerdings für mich manchmal auch etwas übertrieben wirkt. Denn Uli ist eigentlich durch nichts zu erschüttern. Spannender sind dann schon Hannes Eltern oder auch seine Freundin Nele, die alle letztendlich an Hannes Schicksal zu zerbrechen drohen und es irgendwann nicht mehr über sich bringen, an Hannes Bett zu wachen.

Eine Geschichte, wie sie das Leben schreiben kann. Sehr tiefgründig. Wie Freunde und Familie mit einem Komapatienten umgehen, wie sie alles menschenmögliche versuchen, um ihm zu helfen und irgendwann verzweifeln, wieder neue Hoffnung schöpfen oder sich vollends resigniert abwenden.

Ich fand es einfach bewegend.