Hannes

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themistokeles Avatar

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Bei »Hannes« war ich am Anfang extrem gespannt darauf, wie es wohl ist einen Roman der Autorin, die ja bisher nur für ihre lustigen Bayernkrimis bekannt war, zu lesen, der doch ein sehr ernstes Thema behandelt. Vor allem, da mir ihr Schreibstil in den Krimis auch nicht ganz so gut gefallen hat.

Und ich muss jetzt ehrlich sagen, dass die Autorin es geschafft hat mich mit diesem Roman zu fesseln und zu begeistern, denn sie schafft es auf eine ganz wunderbare Weise diese bewegende Geschichte mit einem lachenden und einem weinenden Auge zu erzählen. Es gab einfach unglaublich viele Stellen, die einen emotional angesprochen haben. manche davon waren einfach nur schön oder sogar witzig, aber es gab auch andere, die einfach nur extrem traurig waren.

Für mich war es auch einfach ein grandioses Erlebnis mitzuverfolgen, wie Uli mit diesem Schicksalsschlag, dass sein bester Freund Hannes im Krankenhaus im Koma liegt, umzugehen. Vor allem, wie sehr er sich auch um ihn bemüht, ihn im Krankenhaus immer wieder besucht, wie liebevoll er auch mit ihm umgeht und wie er versucht ihn durch seine Erzählungen an seinem Leben irgendwie teilhaben zu lassen.

Uli ist für mich eh ein ganz besonderer Charakter, nicht nur, da er sich so aufopfernd um seinen Freund Hannes bemüht, sondern auch durch seine Art den Patienten in dem psychiatrischen Heim gegenüber, in dem er arbeitet. Denn auch an dieser Stelle zeigt er einfach einen ziemlich tollen Charakterzug, da er auch zu diesen Menschen richtig liebevoll und hilfsbereit ist und auch keinerlei Berührungsängste zeigt.

Zudem habe ich auch einige der anderen Charaktere sehr ins Herz geschlossen, die Uli im Heim begegnen, wie unter anderem Frau Stemmerle, eine ganz sympathische alte Dame, mit der Uli des Öfteren nächtliche Gespräche führt und die einfach eine niedliche Art hat. Ganz besonders mag ich aber auch Schwester Walrika, die hauseigene Nonne und Geistliche des Heims, die einfach eine erfrischende Art hat, die vielleicht nicht 100% zu einer Nonne passen mag, die mir aber auch einige Momente beschert hat, an denen ich doch sehr schmunzeln musste.

Schön fand ich auch, dass man Ulis bayrische Herkunft bei seinen Tagebucheinträgen an manchen Kleinigkeiten einfach erkennt, da der Satzbau oder auch manche Wortverwendungen einfach darauf schließen lassen und das in einer angenehmen Weise, die nicht so überzogen Bayrisch war, dass man es als Nicht-Bayer fast schon wieder lächerlich finden müsste.

Ich kann einfach nur noch mal wiederholen, dass mich der Roman ehrlich tief bewegt hat, besonders auch zu sehen, wie unterschiedlich mit einem solchen Schicksalsschlag umgegangen werden kann. Eindeutig ein Roman, den ich nur empfehlen kann, vor allem auch denen, die sich nicht trauen sollten, da Rita Falk bisher nicht so ihr Fall war, denn dieses Buch ist ganz anders als ihre Krimis und einfach gut.