Hannes

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vormy Avatar

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Ein echt bewegendes Buch. Eigentlich ein sehr großes Kompliment an die Autorin, denn wenn einen Leser ein Buch besonders berührt, dann ist der Schriftstellerin ja was hervorragendes gelungen: Man hat vergessen, daß es nur ausgedachte Menschen sind. Aber auch wenn das so ist, dann gibt es Schicksale wie schwere Verkehrsunfälle mit anschließendem Koma ja leider trotzdem immer wieder. Hatte ich selber auch schon mal, und damals hat meine Mutter auch ein Tagebuch geschrieben. Genau wie Uli in diesem Buch für seinen Freund Hannes, der nach einem Motorradunfall im Koma liegt. Uli hat angefangen, Tagebuch für Hannes zu schreiben. Einerseits damit er erfährt, was alles passiert ist, während er "weg" war. Andererseits um seine eigenen Gefühle zu sortieren. Der Charakter von Uli ist einfach nur grandios gelungen. Charmant und hilfsbereit, dabei schießt er auch mal über das Ziel hinaus, aber meint es immer gut. Man hat das Gefühl, man ist mit ihm bei seinen Nachtschichten im "Vogelnest" dabei, wenn er in dem Heim für psychisch Kranke seinen Zivildienst leistet und sich rührend um seine "Insassen" kümmert. Oder wir sitzen bei ihm auf der Fensterbank von Hannes" Krankenzimmer und erleben mit, wie die Kastanie vor dem Fenster Blätter und Blüten bekommt. Ein echt tolles Buch, am liebsten würde ich es jedem empfehlen. Ein wunderbares Porträt einer außergewöhnlichen Freundschaft. Aber wer sich mit Uli ins Vogelnest begeben möchte - Taschentücher bereit halten! Großes Lob auch an Johannes Raspe. Beeindruckend vorgelesen!