Tödliches Gastspiel

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Die englische Familie reist nach Amerika, weil der Familienvater dort in einem Theaterstück mitspielen soll. Längst nicht so viel Talent besitzend, wie er hofft, will er dort durchstarten. Seine Frau Lara glaubt zwar nicht an die große Karriere, will aber ihrem Mann unterstützen. Die Zwillinge Bella und Olly, die ein dunkles Geheimnis verbindet, streiten sich ständig. Doch Lara hält dies für pupertierendes Getue. Außerdem ist ja auch noch der kleine Jack da, der ihre Aufmerksamkeit braucht. Schon als die Familie in der Provinz ankommt, macht sich bei Lara ein merkwürdiges Gefühl breit. Das Nest scheint wie ausgestorben, die Theatercrew sehr skurril. Erst nach und nach gewöhnt sich die Familie an die Bevölkerung und ihre Eigenheiten. Während der Familienvater seinen Text lernt und wenig Interesse an den Problemen der Anderen zu haben scheint, lernt Bella einen Jungen kennen. Ihr Bruder Olly hängt derweil mit der zwielichtigen Dorfjugend rum. Eines Abends wird die Familie bei einer abendlichen Veranstaltung mit einem Überraschungsgast bekanntgemacht. Stephen, ein ehemaliger Freund der Familie, ein Superstar des Kinos, lebt incognito in der Gegend. Er will sich angeblich vor einer Stalkerin schützen. Lara war unsterblich in den Mann verliebt und beginnt wieder, für den Star zu schwärmen. Dadurch wird sie blind für die Sorgen der Tochter. Als diese ein Verhältnis mit dem Dorfjungen anfängt, rastet Olly aus. Eine krankhafte Eifersucht läßt in rot sehen. Niemand ahnt, was zwischen den Zwillingen vor einiger Zeit vorgefallen ist. Aus Scham und Angst schweigt Bella. Auch Lara bekommt Probleme. Sie erhält Drohungen, fürchtet um ihre Familie aber auch um Stephen. Insgeheim plant sie bereits, für den berühmten Mann ihre Familie aufs Spiel zu setzen. Doch als sie eine ernsthafte Affäre mit dem alten Schwarm beginnen will, landet sie in der Hölle. Nichts scheint mehr so, wie sie es sich vorgestellt hat.
Das Grauen beginnt ganz subtil. Zunächst könnte sich das Buch auch in einen Geisterroman verwandeln. Der Leser wird raffiniert in die Irre geführt, langsam aber stetig steigt die Spannung und das Unbehagen. Geschickt wird die schreckliche Geschichte um Bella und Olly als Nebengeschichte aufgebaut, man weiß nicht, worauf das Ganze hinausläuft. Blind vor Sehnsucht nach Liebe tappt Lara in die Falle eines Psychopathen. Die verworrene Gefühlswelt der Teenager wird genauso treffend beschrieben wie die aufkeimende Hoffnung der Frau, ihr Leben noch einmal zu ändern. Die Personen wirken authentisch, die bedrohliche Stimmung baut sich glaubhaft auf bis zum furiosen Höhepunkt. Den Leser fest im Griff, zieht die Autorin ihn unerbittlich auf den Abgrund der scheinbaren Familienidylle zu. Nichts scheint mehr so zu sein, wie es zu Beginn der Reise war. Brillanter Ausflug in die dunkle Psyche der Protagonisten.