Keine Offenbarung

Voller Stern Voller Stern Leerer Stern Leerer Stern Leerer Stern
stephi Avatar

Von

Angelo Colagrossi berichtet von einer vermeintlich einfach Reise von Düsseldorf zu einem wichtigen Geschäftstermin nach Hamburg. Allerdings wird sein Vertrauen in die Deutsche Bahn doch recht schnell erschüttert. Ein umgefallener Baum versperrt die Gleise und der Zug steht stundenlang irgendwo in der Pampa. Das verschafft Colagrossi genug Zeit, um sich mit den Eigenheiten der Deutschen auseinanderzusetzen und eine ganze Reihe Anekdoten zu erzählen.

 

Ich bin mir nicht so ganz sicher, was ich von dem Buch halten soll. Anfangs wollte es mir zu sehr komisch sein, wirkte dabei aber recht plump. Mit der Zeit wurde das dann zwar besser, aber das ständige Einstreuen verschiedener Drehbuchsequenzen hat mich doch ziemlich genervt. Colagrossi erzählt die Zuggeschichte, liefert sich damit selbst Stichworte, um anschließend von vergangenen Projekten zu berichten und eben Bezüge zu Personen aus den Drehbüchern herzustellen. Dazu bekommt der Leser dann gern mal seitenlange Auszüge. Die sind ja nicht schlecht, wirken nach einer Weile jedoch eher wie furchtbare Eigenwerbung als wie witzige Einfälle. Immerhin ist seine Einschätzung der Deutschen Bahn sehr gelungen.

 

Die erzählten Anekdoten haben oftmals wirklich viel Witziges. Für meine Begriffe steigern sie sich auch mit der Zeit. Besonders die in Colagrossis Augen komischen Verhaltensweisen der Deutschen sind sehr witzig beschrieben. Er vergleicht wunderbar mit seinen Erlebnissen in Italien und bringt mich als Leser dazu, über mich selbst zu lächeln. Das ist wirklich schön.

 

Weniger erschlossen haben sich mit die Rezepte im Anhang, die doch ziemlich fehlplaziert wirken. Dass er ab und an mal wegen seines Hungers ein Gericht erwähnt hat, macht das Rezept für mich noch lange nicht erforderlich. Aber gut. Auch dafür werden sich Abnehmer finden.

 

Insgesamt hat mir das Buch weder besonders gut noch wirklich schlecht gefallen. Aber es war auch keine Offenbarung. Noch einmal werde ich mir das Buch wohl nicht geben.