Authentisch und tief berührend

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• Zum Welttag des Buches ermöglichte mir der Insel Verlag dieses Buch zu verlosen. Mit einem lachenden und weinenden Auge gab ich das Buch an die glückliche Gewinnerin weiter. Seit dieser Zeit stand es bis vor kurzem noch immer auf meiner Wunschliste. Ich möchte dem Insel Verlag ein großes Dankeschön aussprechen, dass das Buch nun doch noch den Weg zu mir gefunden hat.

• Wie wichtig ist es zu wissen, woher man kommt, wo die eigenen Wurzeln liegen? Wie beeinflusst dieses Wissen bzw. Nichtwissen unser Leben?

• Shannon ist ein Findelkind. In Rückblenden begleiten wir sie auf ihrem steinigen Weg von einer Pflegefamilie zur nächsten und dürfen an ihren Gedanken und Gefühlen teilhaben. Hier wird noch einmal deutlich, wie viele Erinnerungen bereits kleine Kinder verarbeiten und speichern, aber auch zum Selbstschutz verdrängen oder verändern können. So wie Shannon träumen viele Pflegekinder von einer heilen eigenen Familie und erleben leider oft ihren persönlichen Alptraum. Mit viel Liebe und Hoffnungen aufgenommen und verwöhnt erlebt sie ihre ersten Jahre. Doch als Probleme auftauchen, wird sie weitergereicht wie ein lästiges Haustier, das man jederzeit wieder abgeben kann. Spätestens an diesem Punkt wird der Unterscheid zwischen einem eigenen und einem angenommenen Kind deutlich. Die Hemmschwelle, sich von einem "fremden" Kind zu trennen ist sehr viel geringer und leichter zu Händeln. Doch zum Glück gibt es auch andere Beispiele.
• Bei Miranda und ihrer Tochter Lydia gelangt Shannon in einen sicheren Hafen. Sie wird geliebt, auch wenn sie sich noch Jahre später selbst als eine Außenseiterin sieht. Sicher, nicht alles ist optimal und ihre Pflegemutter ist nicht reich, doch Miranda versucht für Shannon und die eigene Tochter ein sicheres warmes Heim zu schaffen. Dabei verzichtet sie selbst auf Annehmlichkeiten. Aber auch für Lydia ist es nicht immer einfach, die Liebe ihrer Mutter mit einem fremden Mädchen teilen zu müssen. Majorie Celona lässt uns die einzelnen Situationen aus verschiedenen Perspektiven betrachten und vermittelt so ein besseres Verständnis für ihre Protagonisten.

• In einem parallelen Erzählstrang erfahren wir mehr über Shannons Mutter Yula und die Vorgeschichte, die dazu führte, dass aus einem kleinen Baby mit einer Familie, ein Findelkind wurde. Meine Gefühle gegenüber Yula sind sehr gemischt. Dennoch ist ihre Tat zum Wohle ihres Kindes bewundernswert und kostete enorme Kraft. Selbst wenn man davon ausgeht, dass dies nicht ganz selbstlos geschah.
• Als Shannon und Yula aufeinander treffen, ist alles anders als erwartet. Die Gefühle bleiben eher verhalten. Manchmal müssen wir sehen und erleben, wie das eigene Leben hätte anders verlaufen können, um den Wert dessen schätzen zu können, was wir besitzen.


Fazit:

"Hier könnte ich zur Welt kommen" ist ein unheimlich berührendes und tiefsinniges Buch über die Suche nach den eigenen Wurzeln, der Vergangenheit und einer Perspektive für die Zukunft. Es hat mich noch lange nach seinem Ende beschäftigt und einen bleibenden Eindruck hinterlassen.