Packend(st)er Science-Fiction- / Near-Future-Roman!

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kittyfinch Avatar

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Nachdem ich "Drohnenland" von Tom Hillenbrand gelesen habe - das ich nicht mehr weglegen konnte - habe ich mit Spannung dem nächsten Science-Fiction-Roman des Autors entgegen gefiebert.
Das Warten hat sich mehr als gelohnt.

"Hologrammatica" ist ein Beweis dafür, dass Science Fiction nicht immer nur Raumschiffe und Technik-Pamphlete bedeutet.
Die Geschichte um den sympathischsten Ermittler, der mir seit Jahren untergekommen ist, steckt voll trockenem Wortwitz, Spannung und Coolness, während zu keinem Zeitpunkt die gemalte Atmosphäre einer Welt bröckelt, vor der man sich einerseits fürchten und die man andererseits unbedingt mit eigenen Augen sehen möchte. Tom Hillenbrand malt ein Bild unserer Zukunft, das zu keinem Zeitpunkt übertrieben oder absurd wirkt und den Leser trotzdem auf jeder Seite erneut ins Staunen versetzt.
Das Leben im Jahr 2088 in "Hologrammatica" ist geprägt von Erfindungen wie dem Holonet - einer holografischen Realitätskopie, die wie ein Schleier über der Welt liegt - und der Fähigkeit des Mind Uploadings. Schnell wird klar, dass man in diesem Roman seinen Augen nicht trauen kann - und gerade dieser Spagat zwischen "Wow!" und "Echt jetzt?" macht diese Geschichte zu etwas ganz Besonderem.

Tom Hillenbrand hat seinem Buch zur besseren Orientierung ein Glossar beigefügt, das die wichtigsten Begriffe rund um die Welt der Zukunft erklärt. Ein guter Schachzug, der den Leser noch schneller in "Hologrammatica" eintauchen lässt. Nach ein paar Seiten fühlt sich die Welt - auch dank des lebendigen Schreibstils Hillenbrands - allerdings so vertraut an, dass der Blick ins Glossar schnell überflüssig wird.

"Hologrammatica" ist toll für alle
- die sich mit den Möglichkeiten der Zukunft auseinander setzen,
- die packende Verfolungsjagden lieben,
- die sich gerne in liebevoll gezeichnete Charaktere verlieben,
- die keine Angst haben, diese Geschichte nicht mehr aus ihrem Kopf zu bekommen.