Lähmende Angst

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helga Avatar

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Ein sehr außergewöhnlicher Thriller, der einen sofort fesselt. Schon das Vorspiel lässt unangenehme Schauer über den Rücken jagen. Gleich zu Beginn werden die Kommissare Jörg Albrecht und Hannah Friedrichs zu einem Mord ins Hamburger Rotlichtviertel gerufen und stellen fest, dass es sich um einen Kollegen handelt, der in dem Club „Fleurs du Mal“ Ermittlungen durchführte. Alle sind entsetzt und dann gibt es einen weiteren Mord aus ihren Reihen. Es wird immer schrecklicher und es kristallisiert sich heraus, dass es immer mit den größten Ängsten der Opfer zu tun hat.

Die Ermittler stehen vor einem Rätsel und Kommissar Albrecht bemerkt Ähnlichkeiten zu einem früheren Fall, dem Traumfänger-Fall, der allerdings dreißig Jahre zurückliegt. Der Täter Dr. Maximilian Freiligrath hat damals Menschen durch ihre Ängste umgebracht, befindet sich aber seitdem in der Psychiatrie. Wer steckt jetzt hinter diesen Fällen? Hat er einen Verbündeten? Die beiden Kommissare müssen alles wieder aufrollen.

Erzählt wird die Geschichte des Jörg Albrecht aus der Sicht von Hannah Friedrichs, der Rest wird in dritter Person erzählt. Die Charaktere der Protagonisten sind sehr ausgeprägt und eigenwillig und passen genau in diese düstere Handlung. Nach und nach erfährt man auch die privaten Probleme der Ermittler und hat daher ein sehr gutes Bild vor Augen. Die Psychospielchen sind extrem, aber auch sehr interessant und die Fäden der beiden Handlungsstränge, der Traumfänger-Fall vor dreißig Jahren und die Fälle der Gegenwart, werden auch gut verknüpft. Sehr unheimlich sind die Kapitel „Zwischenspiel“, die immer von einem Mann in einem Wohnwagen erzählen, der Angst hat und der heimlich beobachtet wird.

Es gibt zwar zwischendurch leichte Durststrecken, aber die Spannung ist doch vordergründig und es lässt sich sehr flüssig lesen. Stephan M. Rother ist hier auf jeden Fall ein guter Thriller gelungen, der auf mehr hoffen lässt.