Identität unbekannt

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dianab Avatar

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Anna Martens Buch "Identität unbekannt" wird auf dem Cover hochtrabend als Thriller angepriesen. Aus meiner Sicht handelt es sich um einen soliden Krimi, für einen Thriller fehlt für mich ein Quäntchen mehr Spannung. Das ist aber Geschmackssache.

Zur Abwechslung ist die Hauptdarstellerin Claudia Brandes in diesem Buch keine Kriminalkommissarin sondern Journalistin. Sie steht in engem Kontakt zu einem Polizisten, Steffen Drews. Deshalb erhält sie Informationen zu dem Fall des toten Mädchens aus erster Hand. Der Polizist ist nicht nur beruflich sondern hauptsächlich privat an Claudia interessiert. Das macht für mich die Geschichte sehr vielseitig, denn es geht einerseits darum, herauszufinden, warum das Mädchen gestorben ist, aber andererseits auch um die zwischenmenschliche Beziehung von Claudia und Steffen. Um alles noch etwas spannender zu machen, gibt es zusätzlich Hendrik, ebenfalls Journalist, der sich mit Claudia ein Büro teilt. Interessant ist für mich, dass Claudia der Polizei immer einen Schritt voraus scheint. Ist das in der realen Welt auch so, dass Journalisten die besseren Spürnasen sind als die Polizisten? Ist eigentlich auch egal, in diesem Buch wirkt es sehr glaubwürdig für mich.

Die Geschichte von Claudia, Hendrik und Steffen ist für mich sehr kurzweilig erzählt. Als Leser habe ich nie den Spaß daran verloren oder mich gar gelangweilt. Allerdings kam das Ende für mich sehr abprupt. Auf eimal rollte sich die ganze Geschichte auf, alle Hinweise kamen zusammen und schwupps waren die Täter identifiziert. Ich kann nicht genau sagen warum, aber das Ende des Buches kam viel zu schnell, wenn ich den restlichen Verlauf der Geschichte betrachte. Das und die Bezeichnung Thriller sind die einzigen Kritikpunkte, die ich hier habe. Ansonsten hat mir das Buch sehr gut gefallen, deshalb bewerte ich mit vier Sternen.