Sehr, sehr spannend

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stephi Avatar

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Tim Blake ist Autoverkäufer, geschieden und hat eine 17-jährige Tochter. Er liebt Sydney und genießt es, dass sie die Sommerferien bei ihm verbringt. Die Freude hält jedoch nicht lange: Syd verschwindet plötzlich spurlos. Alle Hebel werden in Bewegung gesetzt, aber sie ist einfach nicht zu finden. In dem Hotel, in dem sie nach eigener Aussage gejobbt hat, will sie niemand kennen. Tim begibt sich – unabhängig von den Ermittlungen der Polizei – selbst auf die Suche nach seiner geliebten Tochter und gerät zunehmend selbst in Gefahr. Alles wird immer verworrener, mysteriöser – und gefährlicher für alle Beteiligten.

 

Linwood Barclay beweist, dass es keinen spektakulären Mordfall am Anfang braucht, um einen spannenden Thriller zu schreiben. Von Beginn an hat mich das Buch gefesselt. Die Sorge um die verschwundene Tochter, die Angst, dass sie bereits tot sein könnte, während die Polizei noch fieberhaft nach ihr sucht, zerfrisst Eltern und Freunde. Diese Stimmung ging sofort auf mich über. Es war zeitweise fast schon beklemmend, das Geschehen zu verfolgen. Dazu trägt der Einsatz Tims als Ich-Erzähler entscheidend bei. In diesem Buch passt das wirklich unglaublich gut.

 

Sehr gut gefallen haben mir außerdem die „Verhör-Szenen“, in denen die Polizei Tim zum Geschehen befragt. Ich habe beim Lesen immer wieder gemerkt, wie die Wut in mir aufstieg, wenn ihm die Worte im Mund umgedreht wurden und er immer mehr in eine Ecke gedrängt wurde. Das hatte ich so noch nie und es hat mich wirklich beeindruckt. Ich habe es vor meinem geistigen Auge gesehen. So soll es sein!

 

Einziger kleiner Kritikpunkt für mich: Die Story ist sehr konstruiert. Es braucht einige Zufälle, um das enge Netz aus Zufällen zu stricken, die letztlich die Gesamthandlung bilden. Andererseits ist das auch der Grund dafür, dass das Buch so viel Spannung hat und diese vor allem bis zum Schluss aufrecht erhalten bleibt. Deshalb kann ich das eigentlich nur als kleinen Kritikpunkt einstufen.

 

„In Todesangst“ wird seinem Titel absolut gerecht. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und sowohl Spannung als auch Handlung haben mich überzeugt. Linwood Barclay schafft es, Bilder entstehen zu lassen. Die unterschiedlichen Charaktere lassen die Handlung zu keinem Zeitpunkt langweilig werden und die Sorge um ein verschwundenes Kind kam bei mir stets sehr authentisch an. Insofern kann ich das Buch ruhigen Gewissens empfehlen.