Tino Dühnfort ist zurück

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bouquineur Avatar

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Die Leseprobe war Sonntag Abend schon online. Ich hoffe es ist ok, schon vor Montag einen Leseeindruck abzugeben.

Der Prolog gibt keinen Hinweis auf ein Jahr oder auf einen Zeitraum, in dem sich die Szene abgespielt hat. Beim Lesen glaubt man zunächst an eine Entführung, aber am Ende des Prologes wird klar, dass der Junge in dem Keller nicht festgehalten wird sondern dort sitzt weil er eine Entscheidung treffen muss. Beunruhigend, dass er fast den Tod durch Verdursten dafür in Kauf nimmt. Ich frage mich, ob es vielleicht der im ersten Kapitel vorkommende Albert ist. Der brave Familienvater zeigt offenbar neue Facetten. Was hat diesen Sinneswandel hervorgebracht?

Hinter den Kulissen dieser Familie (Albert, Bertram und der Vater) verbirgt sich vermutlich der ein oder andere Abgrund. Haben Albert und sein Bruder vielleicht unter überstrengen Erziehungsmethoden ihres Vaters gelitten? Etwas, was sich jetzt nach vielen Jahren rächt? Die Begegnung mit Tino Dhünfort war wie Heimkommen, auch das vertraute „Merde“ war gleich zu Beginn wieder da. Eine "liebe" Gewohntheit, die er offenbar auch in diesem Band beibehält. Auch gespannt bin ich, wie sich die Beziehung zwischen ihm und Agnes weiterentwickelt, die ihr Trauma noch nicht überwunden hat. Das wird zusätzliches Konfliktpotenzial in die Geschichte bringen.

Inge Löhnig legt auch im zweiten Buch wieder viel Wert auf Details, auf einen langsamen Einstieg und eine genaue Ausarbeitung der Protagonisten. Gerade dieser Tiefgang hat mir im ersten Buch sehr gut gefallen und ich freue mich, dass sie dies hier offenbar fortsetzt. So wird auch dies vermutlich wieder ein „leiser“ Krimi sein, bei dem sich das Grauen erst Stück für Stück herauskristalisiert.