So. Wo soll ich anfangen?

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baerbelb Avatar

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So. Wo soll ich anfangen? Irgendwie handelt es sich bei Mo, Peter/Oscar, Dora und Dad schon um eine normale Familie. Nur: irgendwas IST immer....

 

Mo

ist ihres Zeichens Mama und Kinder- und Jugendpsychologin. Von ihrem Mann meist mit gefühlter Abwesenheit beehrt und einer renitenten Teenietocher, die ihre Mutter einfach nur hasst. Und der Sohn nimmt sie eben meistens so hin oder bringt ihr noch entsprechende familiäre Gefühle entgegen. Eine Psychologin, die bei der Erziehung ihrer eigenen versagt und anderen genau an den Stellen tolle Ratschläge erteilt.

Ihre Unzufriedenheit steigert sich noch, als sie ihre Ehe und selbst ihre gesamte Familie in der aktuellen Konstellation in Frage stellt.

 

Peter/Oscar

findet, dass er einfach in der falschen Zeit mit dem falschen Vornamen versehen wurde. Also orientiert er sich lieber an Oscar Wilde und benimmt sich auch dessen Zeit entsprechend. Sein Tagebuch erinnert vom Stil, der Wortwahl und der Selbstüberschätzung eines Heranwachsenden sehr an Sue Townsend´s „Adrian Mole“. Man könnte fast meinen, sie seien verwandt.

 

Dora

fühlt sich von der Welt und insbesondere ihrer Mutter einfach nur unverstanden, alleine gelassen und hasst sie daher ohne Ende. Oscar geht ja noch. Und die einzigen, die einen Funken Verständnis für sie aufbringen können sind ihr Dad und ihre beste Freundin Lottie. Aber auf keinen Fall ihr Ekelpaket von Exfreund.

Ihr Tagebuch ist das einzige, das einem hin und wieder ein Lachen entlockt, da sie einfach jung, spritzig und teeniemäßig ist.

 

Als einzige Bezugsperson für alle dient Mo´s Mutter. Und die hat – trotz ihres Alters – wirklich für alles und jeden Verständnis und einen guten Rat parat.

 

Dawn French hat „Irgendwas geht immer“ in Tagebuchform gestaltet. Mo, Oscar und Dora schildern abwechselnd jeweils ihre Sicht der Erlebnisse und Katastrophen.

Dawn French ist der jeweilige Wechsel von einen zum nächsten Protagonisten sehr gut gelungen, was bei den verschiedenen Charakteren bestimmt nicht so einfach ist.

Doch auch das hat meine Leselust leider nicht steigern können.

Laut Klappentext sollte die Familie sich gegen einen fiesen Betrüger gemeinsam zur Wehr setzen. Der erste Hinweis auf eine Art Katastrophenanfang zeigt sich „immerhin“ schon auf Seite 128.

Doch auf die eigentliche Katastrophe wartet der Leser leider sehr, sehr lange. Und genau das war auch der Grund, warum ich das Buch überhaupt zu Ende gelesen habe. Ich wollte wissen, um welches Chaos es sich eigentlich handelt. Auf Seite 310 (hier meldet sich Dad endlich einmal persönlich zu Wort!) von 349 weiß man dann auch endlich, um welche Betrügerei es sich geht.

 

Mein Fazit:

Ein Buch, das man auf keinen Fall gelesen haben muss. Schöne Idee, die sich aber für den Leser als sehr zäh, großflächig langweilig und erst kurz vor Ende auf den Punkt gebracht darstellt. Ich war – zugegebenermaßen – das eine oder andere Mal versucht, aufzugeben. Aber den Betrüger wollte ich dann doch noch kennenlernen...

 

Das dürfte auch der Grund sein, daß ich nach ca. 1 1/2 Wochen erst die 33. Rezensentin bin. Die anderen konnten sich wohl noch nicht dazu durchringen sich durchzubeißen....

http://buchfamily.jimdo.com/