Heimat in sich selbst

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bonnie Avatar

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Catalin Dorian Florescu beweist mit seinem neuen Roman "Jacob beschließt zu lieben" einmal mehr, dass es viele gute Gründe gibt, warum er zu meinen Lieblingsautoren gehört. Und auch wenn letztlich der Funke nicht in Gesamtheit übersprang und das Werk immer noch hinter "Zaira" gereiht werden muss, bin ich von der Geschichte fasziniert.

Das beginnt schon mit Jakob, der wegen eines Zeitungsartikels nach Triebswetter kommt um zu heiraten, diesem groben, unschlächtigen Kerl mit dem Riecher für Geschäfte. Er ist keine platte, stereotype Figur, sondern irgendwie neu und anders.

Mit dem Leben Jacobs beginnt eine Achterbahnfahrt für den Leser. Er ist nicht nur schwächlich, klein, kränklich, nein, sein Vater liebt ihn nicht, ja tauscht ihn später sogar ein, sein Land befindet sich im Krieg, er wird deportiert, degradiert, desillusioniert. Dabei behält er den Kopf oben, lässt sich nicht von Umständen, Menschen oder Schicksalsschlägen unterkriegen sondern sieht ihnen ins Auge und geht als stärkerer Charakter daraus hervor.

Besonders schön finde ich die Reminiszenzen an die Vergangenheit von Jacobs Vorfahren. Lauter brutale, furchtbare Menschen, von denen eher Jakob als Jacob abzustammen scheint.

Fazit: Ein tolles Buch!