Bewegende Familiengeschichte

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bücherwelt1967 Avatar

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Andreas Wagner hat einen bewegenden Debütroman darüber geschrieben, was es bedeutet, seine Heimat verlassen zu müssen und eine neue Heimat zu suchen.
Er erzählt die Lebensgeschichte von Leonore Klimkeit, die allein als Heranwachsende aus Ostpreußen fliehen muss. Sie findet in einem kleinen Ort zwischen Köln und Aachen Zuflucht, bleibt aber doch für die Einheimischen eine Fremde. Der nahegelegene Wald wird für sie zu einem Stück Heimat in der Fremde, er spendet Trost, gibt Halt, doch der Wald muss dem Braunkohle- Abbau weichen. Das gesamte Dorf wird umgesiedelt. Leonore muss wieder ihre vertraute Umgebung verlassen, sie zieht mit ihrem Sohn in eine neue Siedlung. Der Wald wird immer weiter gerodet. Die Generation der Enkelkinder von Leonore ist tief gespalten hinsichtlich der Rodung des Waldes: während Sarah als Aktivistin den Wald schützen möchte, befürwortet ihr Bruder dessen Abholzung, da er aufgrund seiner eigenen Beschäftigung davon profitiert.
Neutral und leicht verständlich beschreibt Andreas Wagner diesen Konflikt, der eine umfassende Bedeutung hat: darf man die Natur zugunsten von Arbeitsplätzen und Gewinn immer weiter zerstören? Es sind wichtige Fragen zu aktuellen Themen, die der Autor aufwirft. Besonders hat mir der Schreibstil gefallen, bildhaft, ruhig und klar strukturiert schreibt Wagner. Hoffentlich folgen noch weitere Bücher.