Frauenfreundschaft

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maren Avatar

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Schon als Mädchen waren Lilly und Valerie beste Freundinnen, telefonierten, trafen und schrieben sich. Und sie gründeten einen Rezept-Club. Während sie einander ihre Erlebnisse schilderten, fügten sie Rezepte bei, die damit in Zusammenhang standen. Wie die Freitagabend-Fischstäbchen, die Liebeskummer-Lasagne oder den Muntermacher-Brotpudding mit Zimteis. Egal ob erste Liebe, Stress in der Familie oder Sorgen in der Schule, Lilly und Valerie vertrauten der anderen alles an.
Doch mit dem Erwachsenwerden leben sich die beiden ungleichen Mädchen weiter auseinander. Lilly wird zu einer ziemlichen Rebellin, stellt fest, dass sie Frauen liebt, verliert ihre Ziele aus den Augen und blockt sowohl bei ihrer Familie als auch bei Valerie völlig ab, niemand kommt mehr an sie heran. Valerie macht sich große Sorgen um sie, so sehr, dass sie schließlich sich zu einem Schritt entschließt, den Lilly als Vertrauensbruch ansieht und ihr die Freundschaft kündigt.
Es vergehen 26 Jahre, in denen Funkstille zwischen ihnen herrscht. Doch nachdem Valeries Mutter starb, beschließt diese, Lilly zu schreiben. Gemeinsam lassen sie die Erinnerungen an ihre Freundschaft aufleben, an den Rezeptclub und die Erlebnisse ihrer Kindheit.
Doch der alte Streit ist noch nicht vergessen. Und dann macht Valerie eine Entdeckung, die ihr Leben und Lillys verändern wird ...

Das Buch beginnt im Jahr 2000, als Valerie nach dem Tod ihrer Mutter mit Lilly per Email Kontakt aufnimmt. Die Geschichte wird hier ebenso wie in dem Teil mit ihren alten Briefen nur in den Nachrichten der beiden aneinander erzählt. Erst auf den letzten 70 Seiten, im dritten Teil des Buches, wechselt die Perspektive in die personelle Ebene.
Immer wieder sind Rezepte eingefügt, zu Backwerken, Salaten, Hauptgerichten, Getränken und Naschereien. Da sie mit der Geschichte verknüpft sind, passen sie super. Und die meisten klingen auch absolut lecker.
Die Geschichte selbst fand ich sehr berührend. Valeria und Lilly kommen beide sehr sympathisch rüber. Und obwohl ich Email- und Briefromane sonst überhaupt nicht mag, weil sie für gewöhnlich total langweilig und nervig sind, hat mich diese Form hier gar nicht gestört. Im Gegenteil, es passte einfach für die Geschichte.
Die tiefe Freundschaft wird deutlich und auch das Ende ist passend, nicht kitschig, nicht klischeehaft, es rundet die Geschichte toll ab.