Helden sind einfach so

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Sonnenburg ist eigentlich eine ganz normale Stadt... sieht man mal davon ab, dass es ihr wirtschaftlich nicht gut geht. Früher ein Kurort, ist sie heute pleite... denn die Heilquelle ist vor Jahren nach einem Anschlag ausgetrocknet. Die Industriellen-Familie Baron ist der wichtigste Arbeitgeber der Stadt und versucht alles um an den Wald zu kommen, in dem früher die Heilquelle sprudelte. Doch das wollen Emma, Cosmo und Joe auf jeden Fall verhindert. Der Wald ist wichtig für die drei - überlebenswichtig!

Als ich das Buch zum ersten Mal gesehen hatte, kam mir der Name "Jeannette Biedermann" gleich bekannt vor und wirklich, ich hatte richtig vermutet. Das erhöhte natürlich meine Neugier und ich musste das Buch sofort lesen. Das Frau Biedermann das Buch zusammen mit Katharina Wieker geschrieben hat, erschwert es natürlich irgendwie zu entscheiden wer wie viel und was für einen Beitrag zum Buch geleistet hat. Das ändert aber nichts daran, dass es ein gutes Kinderbuch geworden ist.

Der Anfang war mir ein wenig zu plötzlich irgendwie, es war recht hektisch und zu vieles "war einfach so". Nach kurzer Eingewöhnung ging es aber flott und locker zur Sache. Ideen haben die beiden Autorinnen jedenfalls viele gehabt und schafften es normales Leben und Superhelden locker mit einander zu verknüpfen. Einige Punkte der Handlung wurden mir am Ende zu offen gelassen. Die Sache mit Timon z.B. oder auch der Anfang von allem. Vermutlich soll es wohl, wenn sich dieses Buch gut verkauft, eine Reihe werden. Vielleicht sind die Antworten auf meine Fragen für einen weiteren Band vorgesehen. Auf jedenfall finde ich dieses Buch für einen Erstling sehr gelungen. Auch die Illustrationen von Bertrand gefallen mir sehr.
Ein kleines Problem hatte ich bis zum Schluß mit den Namen... weiß auch nicht, aber mit denen bin ich einfach nicht warum geworden. "Cosmo Stark", "Emma Rost", Joe Balsam", "Timon Baron" und "Nero"... weiß auch nicht. Die Vornamen passen nicht zu den Nachnamen, beides zusammen klingt für mich merkwürdig und nur die Vornamen sind mit teilweise zu hipp und englisch. Aber die Realität bringt ja weitaus grüseligere Namensschöpfungen zustande. Vielleicht bin ich auch einfach nur zu alt.

Die Schrift scheint eine Winzigkeit größer zu sein und auch der Zeilenabstand ist größer als normalerweise. Eine Stichprobe ergab Kapitellängen zwischen 3 und 8 Seiten, wobei der Trend eher zu kürzer geht. In jedem Kapitel gibt es eine kleine Zeichnung. Aufgrund des Zeilenabstandes und der doch recht kurzen Kapitel und der flotten Handlung würde ich sagen, dass das Buch auch sehr gut für eher "selten Leser" geeignet ist. Zumindest ein Kapitel sollte locker zu schaffen sein.

Ein flüssig zu lesendes fantastisches und fesselndes Abenteuer mit sympathischen Charakteren. Ein wenig fehlte mir ein stabiles Fundament für die Welt, in der das Buch spielt. Es ging mir an einigen Stellen einfach zu huschhusch. Aber vielleicht erscheint ja ein weiteres Abenteuer mit den "Just Heroes" und dort wird ein wenig mehr auf den Hintergrund eingegangen. Dieses Buch ist zumindest eine gute und solide Grundlage dafür. Ein toller Erstling, der Spaß gemacht hat.