Herrlich amüsant

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schriesemer64 Avatar

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Bernhard Aichner kenne ich bisher als Thriller-Autor. Seine Reihen um Max Broll bzw. Brünhilde Blum konnten mich begeistern. Aber kann der Mann auch Liebesromane? Ich habe die Leseprobe zu „Kaschmirgefühl“ gelesen und fand sie herrlich schräg. Gerne wollte ich Aichner eine Chance geben, mich vom ganzen Buch zu überzeugen. Jetzt kann ich sagen: Ja, Bernhard Aichner kann auch Liebesromane.

Der Roman spielt sich in einer einzigen Nacht ab. Gottlieb ruft bei einer Sexhotline an, ist aber nicht auf Sex aus, sondern will nur reden. Marie geht auf ihn ein, wenngleich sie immer wieder versucht, Sex in das Gespräch einzubinden. Zwischen harmlosem Geplänkel und ernsthaften Geständnissen kommen die beiden sich schließlich immer näher.

Das Buch besteht nur aus dem Dialog zwischen Gottlieb und Marie. Wie in der Toten-Reihe sind die wörtlichen Reden nur durch Bindestriche eingeleitet. Es wird nichts außen herum erzählt. Alles ergibt sich nur durch das, was Gottlieb und Marie sich am Telefon erzählen, aber das reicht vollkommen. Ich habe selten so vor mich hin gegrinst beim Lesen.