sprachlich speziell

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klfeigling Avatar

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Ich fing an das Buch zu lesen und hatte mehr und mehr das Gefühl, dass ich die ganze Story schon mal gehört habe. Und tatsächlich: Es erschien beinahe zeitgleich zur Verfilmung von Don Winslows erfolgreichem Roman "Savages" ("Tage des Zorns" in der deutschen Übersetzung) jenes Werk, das als Vorgeschichte der Ereignisse um Ben, Chon, O und ihre mexikanischen Widersacher verstanden werden will. "Kings of Cool" ist ein Roman über Drogen und Gewalt im sonnigen Laguna Beach, in dem der Autor erneut aus dem Leben seiner Protagonisten aus "Zeit des Zorns" berichtet - allerdings als Prequel, sodass es Vorkenntnisse beim Lesen nicht nötig sind. In "Kings of Cool" verknüpft der Autor die familiäre Vergangenheit der drei Protagonisten mit ihrer Gegenwart und gibt vor, eine Interpretationsanleitung zum Kinofilm zu liefern, die ihren Ursprung im Kalifornien der 1960er Jahre nimmt. 2005 in Laguna Beach. Die jungen Freunde Ben, Chon und O betreiben eine erfolgreiche Marihuana-Zucht in Laguna Beach, Kalifornien. Doch ihr Erfolg ruft korrupte Polizisten und die Drogenmafia auf den Plan, die mitverdienen möchten. In zwei parallel verlaufenden Strängen werden die Erfolge und Widrigkeiten im Drogenhandel sowohl von Chon, Ben und O als auch ihrer Elterngeneration geschildert. Während Chon als Navy Seal im Einsatz ist, versucht Ben die unterschiedlichen Parteien auszutricksen. Doch sein Spiel ist riskant und führt die drei außerdem weit in die Vergangenheit ihrer Familien... Neben dem Hauptstrang der Handlung (2005) führt der Autor den Leser auch immer wieder in die Vergangenheit (60er Jahre) des Drogenhandels bei Surfern und Hippies. Nach und nach werden geschickt Zusammenhänge zwischen den beiden Generationen sichtbar, die recht spannend geschrieben sind.
Meine Meinung: Ich hatte beim Lesen immer die Gesichter der Hauptdarsteller im Kopf und da ich die Schauspielerwahl nicht besonders berauschend fand, habe ich mich sehr geärgert erst den Film gesehen zu haben und anschließend das Buch zu lesen. Mir hat der Schreibstil des Autors im Großen und Ganzen zugesagt. Er ist irgendwie in einem positiven Sinn speziell. Das Bild wird von kurzen, eher schmucklosen Sätzen dominiert. Sie sorgen sowohl für ein hohes Tempo als auch für eine passende Atmosphäre mit einer Mischung aus "hart" und "cool". Die kurzen Kapitel wechseln nicht nur manchmal in der Zeit, sondern auch im Stil.
Fazit: "Kings of Cool" ist ein sprachlich spezielles Buch verpackt als Drogenthriller.