Nostalgischer Rückblick

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Leider bin ich bis jetzt noch nicht dazu gekommen, eines von Klaus Modicks Büchern zu lesen, dabei steht "Sunset" schon lange auf meiner Wunschliste. Ich werde es aber auf jeden Fall nachholen, denn die Leseprobe zu "Klack" hat mir sehr gut gefallen. Die Handlung spielt Anfang der 60er Jahre, als ich noch gar nicht geboren war. Es handelt sich um eine Zeit, über die ich zwar ein paar Dinge weiß, aber noch kein Buch darüber gelesen habe. Deshalb finde ich die Thematik auch enorm interessant. So erfährt man wenigstens mal, womit die Eltern sich den lieben langen Tag beschäftigt haben. Einerseits gibt es Bezüge zum noch nicht lange zurückliegenden Nazi-Terror, andererseits werden Geräte, Bücher, Musikstücke und andere Dinge erwähnt, die ich aus meiner Kindheit auch noch kenne, wie z.B. Lurchi, den Feuersalamander, und seine Freunde.

Klaus Modick hat eine originelle Art, die Geschichte von Markus, seiner Familie und dem Leben im Wirtschaftswunderland zu erzählen. Der 14jährige Markus gewinnt auf dem Ostermarkt eine Agfa- Kamera und schießt damit fortan bei jeder Gelegenheit Bilder. Diese Momentaufnahmen stehen jeweils am Anfang eines Kapitels. Im Anschluss erzählt der Autor ausführlich, wie es zu diesem Moment kam und was ansonsten wichtig in Markus Leben und der damaligen Zeit ist. Dabei geht es um gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Themen. Einige Begriffe habe ich nachgeschlagen, um besser informiert zu sein. Das Buch ist anscheinend randvoll mit Markennamen aus früheren Zeiten, was ich herrlich finde, denn dadurch kommt der nostalgische Aspekt erst so richtig zur Geltung.

Den Schreibstil von Klaus Modick finde ich im Ganzen sehr ansprechend. Er schreibt intelligent, informativ und witzig. Schon bei dieser relativ kurzen Leseprobe habe ich viel lachen müssen. Zoten und Plattitüden lässt der Autor glücklicherweise aus und auch übertriebene Situationskomik verkneift er sich.

Das Lesen der ersten Seiten von "Klack" hat mich davon überzeugt, dass ich das Buch gern bis zum Ende lesen würde. Ich könnte mir auch vorstellen, dass meine Eltern Spaß daran hätten, da sie in dieser Zeit aufgewachsen sind. Das Thema ist also generationenübergreifend und dürfte Menschen verschiedener Altersstufen interessieren. Ich bin fürs Erste sehr gespannt, wann Clarissa Tinotti mit ihrer Familie ins Nachbarhaus zieht und wie sich das Leben von Markus und den Seinen dadurch verändert. Über die ersten Gastarbeiterfamilien in Deutschland würde ich nämlich gern mehr erfahren. Für die Leseprobe gibt es von mir ein "Daumen hoch"!