Es knistert und es brennt!

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ichundelaine Avatar

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Ähnlich wie schon bei Celeste Ng's Debut "Was ich euch nicht erzählte", beginnt auch ihr neustes Werk mit einem Paukenschlag oder viel mehr gesagt mit einem Feuer, das ein Haus fast in Schutt und Asche legt. Ausgehend von diesem Ereignis erzählt das Buch rückwärts, wie es hierzu kam.

Hinter dem beschaulichen Cover lauert eine Geschichte, die es wirklich in sich hat.

Zwei Familien, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: auf der einen Seite die gutsituierten Richardsons, mit den stabilen Jobs und den drei gutgeratenen Kindern (die vierte, Lizzy, ist etwas bockig) in ihrem großen Haus - auf der anderen Seite die vagabundierende Künstlerin Mia, deren Tochter Pearl nicht mal weiß, wer ihr Vater ist und es gewohnt ist, permanent umzuziehen und nicht mal ein eigenes Bett zu haben. Diese zwei Welten und Weltanschauungen prallen aufeinander, als Mia die Mieterin der Richardsons wird und sich die Familien durch die Freundschaft von Pearl und Moody in tieferen Kontakt treten und sich Konflikte wie Schwelbrände bilden. Gerahmt wird das Ganze von dem Ort Shaker Rights, in dem ALLES nach Plan läuft und sich niemand irgendwelche Ausreißer leistet.

Auch wenn "Kleine Feuer überall" thematisch nicht so ganz meinen Geschmack trifft, so kann mich Celeste Ng aufgrund der herrlich nüchternen und pointierten Erzählweise und dem Tempo trotzdem in die Erzählung hineinziehen und mich großartig unterhalten. Dieses Buch eignet sich gerade aufgrund der klar herausgestellten Konflikte auch bestens als Diskussionsgrundlage für einen Buchclub und kann von mir uneingeschränkt empfohlen werden.