Spannung von der ersten bis zur letzten Seite – der neue Harry-Hole!

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Der neue Jo Nesbo – ein Kriminalroman aus Norwegen und der zehnte „Harry-Hole-Krimi“

Inhalt:
Ein „Polizeischlächter“ treibt in Oslo sein Unwesen: Ein Polizist wird grausam ermordet – Tatort ist ein Wald in Oslo, in dem vor genau 10 Jahren ein Verbrechen an einem jungen Mädchen begangen wurde.
Ein Mann, der in einem Krankenaus in Oslo streng bewacht wird, liegt im Koma. Nur wenige auserwählte Personen kennen seinen Namen – und das ist gut so: denn sein Feind ist ihm auf den Fersen…
Kein Wunder also, dass die Polizei unter Hochdruck ermittelt und die Presse Druck macht. Schlägt der Schlächter wieder zu, wenn ja, wann – wo, und vor allen Dingen: wer wird das nächste Opfer …?

Meine Meinung:
Für mich war der Ermittler Harry Hole bisher ein Unbekannter – ich habe bisher noch keinen „Nesbo“ aus dieser Krimi-Reihe gelesen und war daher umso gespannter auf „Koma“. Um ehrlich zu sein, habe ich bisher noch gar keinen „Nesbo“ gelesen und war daher auch nicht vertraut mit seinem Schreibstil oder seiner Erzählweise.
Also begann ich ganz unvoreingenommen mit „Koma“ und spürte, wie ich immer tiefer in das Geschehen hineingezogen wurde und mich seinem Bann kaum mehr entziehen konnte. Nach einigen Kapiteln glaubte ich, dass ich gewisse Hergänge bereits erahnen und zu wissen glaubte. Aber ich wurde eines besseren belehrt - NICHTS wusste ich, aber auch gar nichts! Alles kam ganz anders und je weiter man sich auf dieses Buch einlässt, umso vorsichtiger wird man mit seinen Vermutungen. Um genau zu sein – ich gab es irgendwann auf ;-). Jo Nesbo gelingt es dermaßen geschickt, falsche Fährten zu legen, den Leser hinzuhalten, seine Gedanken in eine gewisse Richtung zu lenken, ihn geradezu hinters Licht zu führen, dass ich meine Gedanken irgendwann einfach nur noch fallen ließ und spannungsvoll erwartete, was nun wohl geschehen könnte und wohin diese oder jene Andeutung wohl führen würde. Die Erzählweise ist somit geradezu „tückisch“ – im positiven Sinne – und dabei äußerst flüssig, so dass ich die knapp 600 Seiten in kürzester Zeit geradezu verschlungen habe.

Doch damit nicht genug: Die Verbrechen, die Schicksale, Ermittlungen, Entdeckungen, Spuren, usw. – dies alles wird sehr lebendig beschrieben, manches Mal wurde es mir fast schon zu „lebendig“, wenn es um grausige Details ging, mit deren Schilderung der Autor nicht gerade zimperlich umgeht. Aber schließlich kann man diese Taten unmöglich beschönigen, sie sind grausam – und genau dies empfindet der Leser nach, sozusagen am eigenen Leib (Naja, ganz so schlimm ist es dann zum Glück doch nicht… ;-).
Ob dies ein „echter Nesbo“oder „Harry-Hole“ ist, kann ich leider nicht beurteilen, da ich, wie gesagt, bisher noch keinen Krimi aus dieser Reihe gelesen habe – aber nun bin natürlich sehr neugierig auf die anderen neun „Hole-Fälle“ geworden - ich habe „Blut geleckt“!


Fazit:
Spannend von der ersten bis zur letzten Seite, mit vielen Überraschungen, einfallsreichen und lebendigen Ermittlungen - so muss ein guter Krimi sein - ein „Muss“ für alle Krimi-Fans – und für alle Harry-Hole- und Nesbo-Fans wohl ohnehin !