drei mal verlassen

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Das Buch von Pia Ziefle handelt von mind. drei parallel laufenden Lebensgeschichten. Zum einen ist da Lew, der von dem Tod seiner Mutter erfährt. Seine Eltern hat er seit deren republikflucht nicht mehr gesehen, das ist etwa 29 Jahre her. Mit der Nachricht des Todes macht er sich auf den Weg nach Dehli, um seinen Vater zu finden. Von seinem Bruder mit dem er eine Garten-/Landschaftsbaufirma hat, erfährt er keinerlei Interesse für die bevorstehende Reise. Tatsächlich trifft er auf seinen Vater, nachdem er Rajesh kennen lernt, der wiederrum unter der Woche bei seinem Onkel lebt, während die Eltern in der Stadt arbeiten müssen. Lew kennt die Geschichte nicht, weswegen er ohne seine Eltern aufwachsen musste, daher ist er sehr Zwiegespalten, was ihn in Dehli erwartet.
Ira wohnt bei Evi, wie sie dorthin kam, ist mir noch nicht ganz bewusst, jedenfalls hat sie einen Sohn namens John und ihr Vater Cornelius ist krank und wird von ihr zeitweise gepflegt. Ihre Mutter Jutta hatte nie etwas für sie übrig.
Fido lebte ebenfalls eine Zeitlang bei Evi und war in der Kindheit mit Ira unzertrennlich. Er kam mit seinem Opa (Tadija) aus Jugoslawien, in der Hoffnung seine Mutter Milena anzutreffen, die in der Bäckerei Evis gearbeitet hatte und so den Lebensunterhalt für Fido bestritt. Milena hatte sich aber in der Zwischenzeit aufgemacht um einen anderen mann zu heiraten, Kinder zu kriegen und Fido für immer zu verschweigen. Fido hielt es auch nicht lange bei Evi aus und ist nur noch sporadisch dort. Es wird zudem angedeutet, dass Lew der Vater von John sei, er aber nichts davon wisse, wodurch der Kreislauf des Verlassenseins auch für die nächste Generation geschlossen wäre. Wenn ich es richtig erfasst habe, soll stattdessen Fido eine Art Ersatzpapa sein.
Bei Cornelius, dem schwerkranken Vater von Ira gibt es noch eine latente Pädophilie, diese wird im Schlussteil des Buches angerissen, bleibt mir aber Fern jeden Verständnisses und Zusammenhangs...

An sich ein gutes Buch, welches durch die kleinen Abschnitte und kurzen Kapitel sehr zügig zu lesen ist. Die einzelnen Geschichten finde ich allerdings an sich gut, aber in der Masse zu viel, wobei die einzelnen Personen und ihre Familie nachvollziehbar dargestellt wurden. Mir ist allerdings nicht deutlich geworden, warum am Ende noch die Pädophilie Cornelius' ein Thema wird, wo es doch vorher nie relevant war oder angedeutet wurde. Diese Episode ist zudem auch nur schwammig dargestellt und hinterlässt bei mir nur Fragezeichen.