Herzschmerz auf dem Bauernhof

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sabine008 Avatar

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Eins vorab: Ich liebe solcherart Frauenliteratur geradezu und könnte ständig Bücher über Liebe, Liebeskummer usw. lesen. Bei "Landliebe gesucht" wurde mir nur leider ein wenig zu übertrieben - aber von Anfang an:
Lena ist Mutter von vier Kindern und fühlt sich von ihrem Mann im Stich gelassen, ihre Schwester Marie, die Rebellin der Familie und Barfrau, denkt gar nicht an Kinder und die dritte im Bunde, Asa, wünscht sich sehnlichst ein Kind, kann aber scheinbar keines bekommen. Die Eltern der drei Frauen besitzen einen Bauernhof mit 100 Kühen, dem mittlerweile alle entflohen sind, besonders Marie, der es dort noch nie gefallen hat. Bis auf gelegentliche Anrufe hat man sich nicht wirklich viel zu sagen, man hat ja auch völlig unterschiedliche Interessen. Als Rolf plötzlich stirbt, begeben sich jedoch alle Geschwister auf den Hof der Mutter, um ihr dort unter die Arme zu greifen. Eines scheint schon klar zu sein: Der Hof muss weg ~ oder doch nicht?
Soweit die Handlung, an der ich am Anfang relativ viel Spaß hatte. Gut, die Charaktere sind quasi wandelnde Klischees, aber wirkliche Tiefe habe ich bei diesem Buch sowieso nicht erwartet - wer möchte denn auch anspruchsvolle "Frauenromane" lesen? Bäh. ...na gut, der Witz hinkt, sorry. .\_. Im Laufe der Handlung wird es jedoch immer absurder: Lena läuft von zuhause weg und lässt ihren Mann Robert mit den Kindern allein, lässt sich mit einem ihr mehr oder weniger fremden Mann ein, während Robert selbst mit ihrer Schwester Asa schläft und und und. Das war mir dann doch ein wenig zuviel des Guten und wirkt nicht nur ein bisschen übertrieben. Die Wandlung mancher Charaktere zu verfolgen, machte mir jedoch wieder Spaß und besonders Maries Entwicklung fand ich sehr überzeugend. Insgesamt bekommt man mal wieder die übliche Mischung aus Herzschmerz, Freundschaft und ein wenig Liebe serviert.
Da mir der Anfang des Buches sehr gut gefiel, war ich zum Ende hin doch zunehmend enttäuscht, dass die Autorin zu solch merkwürdigen Mitteln greifen musste, um Spannung zu erzeugen. Weniger wäre sicher mehr und vor allem authentischer gewesen. Insgesamt gefällt das Buch aber durch einen leicht bekömmlichen Schreibstil, der gut ins beschriebene "Milieu" passt und zum größten Teil sympathische Charaktere, die noch für einige Überraschungen sorgen werden. Vielleicht gibt es ja sogar irgendwann einmal eine Fortsetzung.
6 von 10 Punkten.