Thriller?!?

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rizzoli Avatar

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Ich muss sagen, ich liebe Thriller. Wenn sie gut gemacht sind, verschlinge ich sie in einer möglichst kurzen Zeit. Leider ist mir das bei diesem Buch sehr schwer gefallen.

Die Geschichte an sich ist gut gemacht. Es sind immer wieder tolle Einfälle dabei. Beispielsweise die erste Flucht von Robert fand ich wirklich gelungen. Obwohl mir als Leser fast klar war, dass es das nicht gewesen sein kann.

Auch seine Erinnerungen an den Opa fand ich gut. Sie haben immer wieder gezeigt, wieviel Robert von seinem Opa gehalten hat und was er ihm bedeutet. Und vielleicht noch viel wichtiger, was ihm der Verlust bedeutet. Außerdem fand ich die Dialoge, die die beiden führten recht interessant. Ein paar Lebensweisheiten, die der „Alte“ an den „Jungen“ weitergibt. Beispiel: „Wenn man in einer ausweglosen Situation ist, Robert, dann darf man nicht aufgeben. Wenn man glaubt, überhaupt keine Chance und überhaupt keine Möglichkeit mehr zu haben, dann bleibt zumindest noch eine Hoffnung: die, dass der Gegner einfach einen Fehler macht.“ (Seite 60)

Allerdings muss ich auch zugeben, dass manchmal weniger ja mehr ist. Die Thematik „Opa“ wurde mir dann doch zu oft aufgegriffen und ich empfand sie am Ende hin als störend.

Das Buch ist aber sonst sehr leicht geschrieben. Es wird die gesamte Zeit aus der Sicht von Robert gesprochen und seine Gedanken zu allem wieder gegeben. Dadurch ergibt sich der Eindruck einer sehr kindlichen Schreibweise. Teilweise sogar richtig naiv. Außerdem wurde oftmals auch zu viel gesagt. Es gab so wenig Stellen, an dem man selber man mitdenken musste. Zu einem Thriller gehören, wie ich finde, auch immer ein paar Passagen und Details, die erstmal im Dunkeln bleiben. Das ist dem Autor nur recht selten, ja eigentlich nur am Ende wirklich gelungen, wo sich die Frage stellt, ob denn der Vater ein Komplize war oder nicht.

Fazit: Als kleine Lektüre zwischendurch ist das Buch mit seinen vielen kleinen Weisheiten gut gemacht, aber man sollte sich nicht mit einer „Thriller“-Einstellung ans Lesen machen. Da wird man dann doch enttäuscht.