Den richtigen Mann gibt es...

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larijana Avatar

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» Den richtigen Mann gibt es. Du musst nur den Mut haben, ihn zu lieben. « Während es in Kristines Leben eigentlich ganz gut läuft, will es doch nicht so recht mit der Liebe klappen. Da scheint sie den Mann ihrer Träume gefunden zu haben, zieht in ein anderes Land, um ihm näher zu sein, nur um schließlich von ihm sitzen gelassen zu werden, wieder einmal in dem Gefühl zurückgelassen, mehr in diese Beziehung investiert zu haben als er. Und wieder kommt in ihr die Frage auf, wieso sie einfach nicht den richtigen Mann findet, der wie ihr geliebter Großvater ist. Ein Mann, dessen Ehe und Charakter ihr Vorbild für alle Beziehungen und Männer ist, auf die sie sich einlässt. Die Antwort erhält sie von ihrer Großmutter, um die sie sich nach dem Tod des Menschen, den sie beide über alles geliebt haben, kümmert. _Liebe ist nichts für Feiglinge_ ist teilweise autobiographisch. Anschaulich und ergreifend erzählt uns Gasbarre von ihren Beziehungen zu verschiedenen Männern und auch zu der ihrer Familie, die schon immer stark miteinander verbunden war und nach dem Tod des Großvaters noch mehr zusammenrückt. Die Trauer, die die ganze Familie nach dem Verlust des Großvaters befällt, ist fast mit Händen greifbar, der Schreibstil der Autorin vermittelt ihre Gefühle, als sie dem Großvater beim Sterben zusieht, so gut, dass die Geschichte schon nach wenigen Seiten zu Tränen rührt. Diese intensiven, mitreißenden Gefühle, die Gasbarre jedoch zu Anfang ihres Romans heraufbeschwört, lassen im Laufe der Geschichte ein wenig nach und die Geschichte vermag nicht mehr ganz so sehr zu bewegen wie noch in den ersten Kapiteln. Das tut dem Lesefluss und dem Spaß an dem Buch aber keinesfalls Abbruch, verfolgt man Krissys Geschichte doch immer noch gespannt – macht einen Großteil dieser doch vor allem die Ratschläge ihrer Großmutter aus, mit der sie nach dem Tod ihres Großvaters viel Zeit verbringt. Die Ratschläge, die Krissy mit auf den Weg gegeben werden, werden fast beiläufig in die Geschichte eingestreut, so dass es den Roman nicht wie einen Ratgeber erscheinen lässt, aber sie doch im Gedächtnis des Lesers hängen bleiben und zum Nachdenken anregen. Das Schöne an dem Roman ist, dass es nicht nur um Krissys Suche nach dem richtigen Mann geht. Es gibt zwar gleich zwei Männer, die in ihrem Leben eine wichtige Rolle spielen und wegen denen sie Rat bei ihrer Großmutter sucht, aber Gasbarre lässt dabei auch den Gesprächen mit ihrer Großmutter viel Raum und schildert, wie die beiden Frauen, die sich sonst nie wirklich nahe gestanden haben, durch die gemeinsame Liebe zu ihrem verstorbenen Ehemann bzw. Großvater und die vielen Gespräche, die man danach führt, einander näher kommen. So mag Krissys Suche nach der Liebe zwar eine dominante Rolle in dem Roman spielen, die wichtige Rolle, die ihre Familie jedoch in ihrem Leben innehat, wird dabei auch viel Platz in der Geschichte eingeräumt. Eine Mischung aus Liebes- und Familienroman, die einen tief berührt, zum Nachdenken bewegt und das Herz erwärmt.