So ist das Leben, eben

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dasannalein Avatar

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Der Roman "Lied der Weite" von Kent Haruf spielt in der fiktiven Ortschaft Hold im Bundesstaat Colorado.

In dieser kleinen Stadt wohnt Guthrie mit seinen zwei Jungs Ike und Bobby. Er ist Lehrer an der örtlichen Schule und wurde vor einiger Zeit, von seiner an Depression erkrankten Frau, verlassen.

Das Hauptaugenmerk des Buches liegt jedoch auf Victoria. Sie ist 17 Jahre alt. Als ihre Mutter erfährt, dass sie schwanger ist, wird sie vor die Tür gesetzt. Ihre Lehrerin Maggie nimmt sie bei sich auf, aber der demente Vater kommt mit dieser Situation leider nicht zurecht. Dann kommt Victoria bei den alleinstehenden, verschrobenen Brüdern McPherons unter, die weit außerhalb der Stadt in der Einöde zuhause sind.

In diesem ruhigen Roman spielen sich mehrere Geschichten nebeneinander ab. In kurzen Kapiteln wechseln wir zwischen den Personen hin und her. Das fand ich sehr auflockernd!

Die Geschichte ist ebenso still und ruhig wie der Schreibstil. Es passiert nicht viel in diesem Roman, weshalb ich auch nur 4 Sterne vergeben kann, allerdings wachsen einem die Protagonisten trotzdem ans Herz. Besonders die McPherons Brüder haben es mir angetan, mit ihrer pragmatischen, einfachen und liebevollen Art.

Manchmal kam es mir so vor, als ob ich die Protagonisten kennen würde. In jeder kleineren Stadt gibt es eine Victoria oder eine hilfsbereite Maggie. Und es passieren Dinge, manchmal auch unglaubliche Dinge, aber so ist das Leben, eben!!

Wer gerne stille, ruhige Romane mit einem Touch Melancholie mag, ist hier genau richtig.


Lieblingszitat: "Drinnen war es fast völlig dunkel, der Raum wirkte abweisend und Ruhe gebietend wie der Altarraum einer leeren Kirche nach der Beerdigung einer zu früh verstorbenen Frau..."