Ich habe Tränen gelacht

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sonny66 Avatar

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Lisa freut sich auf ihr alljährliches Highlight, den Urlaub mit ihrer Marbella-Clique, diesmal sogar in Begleitung einer neuen Flamme, ein etwas jüngerer Mann, den man vorzeigen kann. Schnell zur Kosmetikerin und Klamotten kaufen. Vor dem Abflug platzt dann die Bombe: ihr Schwarm sagt ab. Lisa ist am Boden, fährt aber trotzdem, in der Hoffnung, dass der Urlaub sie wieder auf die Beine bringt. Daraus wird nichts, denn kaum in Marbella angekommen, taucht der Sohn ihres Ex auf. Er will ihr das lebenslange Wohnrecht abkaufen, angeblich für seine große Liebe. Er trifft Lisas wunden Punkt, denn das Wohnrecht ist das Einzige, was sie ihrem geschiedenem Ehemann hat abluchsen können. Doch der Sohn den "Leibhaftigen" gibt nicht auf. Er setzt ihr den Penner Rafael und die ausgemusterte Prostituierte Delia ins Haus. Die beiden brauchen Geld und lassen sich auf den "Pakt mit dem Teufel" ein. Ein häuslicher Kleinkrieg entfacht, bei dem Lisa aus dem Haus geekelt werden soll, doch sie schlägt nicht nur mit "Wagner" (göttlicher Abschnitt!) zurück. Deutsche Tugenden treffen auf spanische Lockerheit. Der turbulente Schlagabtausch gerät um ein Haar außer Kontrolle, doch dann lernen sich die "Feinde" näher kennen und der Spieß dreht sich um. Es geht dem "Teufel" an den Kragen. Lisa hat dabei einiges zu lernen, vor allem über sich selbst. Ist sie bisher immer dem Glück anderer und konsequent den falschen Männern hinterhergelaufen? Kann man sein Glück nicht auch finden, indem man zu dem steht, was man ist? Was führte wirklich zur Trennung zwischen Felipe, ihrem Ex? Ist er ein "Teufel" oder hat sie ihn nur "verteufelt?" Lisas Leben wird ordentlich durchgeschüttelt, doch wie heißt es so schön auf dem Buch? "Das Glück kommt selten allein", wenn man es denn sieht und annimmt.



Ich habe alle drei bisherigen Hennigs gelesen. "Lisa" ist bisher zweifelsohne der temporeichste und witzigste Roman. Dass Hennigs Schreibe einem ein Dauerschmunzeln abringt und das Spiel zwischen Tragik und Komik eines ihrer Markenzeichen ist, war mir klar, doch stellenweise hatte ich diesmal regelrechte Lachkrämpfe, vor allem während des "Kleinkriegs". Ich sage nur "Helga"... Wie in ihren anderen Romanen gefällt mir auch die thematische Unterfütterung, die einen auf unterhaltsame Weise zum Nachdenken anregt. Andalusien wird sehr lebendig und charakteristisch erzählt. Ich hab mich jedenfalls in Lisa verliebt und kann das Buch nur weiter empfehlen.