Außen hui, innen pfui

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Willkommen im ‚Lotus-House‘, einem kalifornischen Yogacenter, in dem nicht nur Yoga praktiziert wird. Für diejenigen, die Carlans Werke bereits kennen, dürfte es aber kein Geheimnis sein, dass die Frau nichts gegen eine ordentliche Portion Erotik in ihren Büchern hat. Auch ‚Lotus House - Lustvolles Erwachen‘ bildet hier keine Ausnahme. Die Autorin lässt die beiden Protagonisten es ganz schön krachen, sodass alles andere viel zu kurz kommt, weshalb ich schon nach wenigen Seiten nicht begeistert von dem Auftaktband war.

Fangen wir zunächst einmal mit der Protagonistin an. Genevieve Harper hat für ihre beiden Geschwister die Verantwortung übernommen und muss deshalb zwei Jobs gleichzeitig nachgehen. Die 24-jährige arbeitet als Yoga-Lehrerin und schneidet Haare in ihrer Garage. Sie träumt davon, irgendwann ihre angefangene Ausbildung zur Haar-Stylistin zu beenden, welche sie vor einigen Jahren aufgeben musste. Soweit so gut. Die zuverlässige Genevieve kam mir am Anfang wie eine vernünftige junge Frau vor, weshalb sie schnell bei mir Sympathiepunkte sammeln konnte. Alles änderte sich jedoch, als sie Trent begegnete und ihre wichtigste Sorge war, dass sie seiner nicht würdig ist, weil er in ihren Augen etwas Besseres ist.

„Typen wie du wollen nicht dauerhaft an jemanden wie mich gebunden sein. Arm. Zwei Kids an der Backe. Ein Riesenhaus, das ständig Arbeit macht.“ - Zitat (Genevieve, Seite 238)

Dies ist nur ein Beispiel von vielen, das mich oft dazu brachte, genervt die Augen zu verdrehen. Wann begreifen die Frauen in Liebesromanen endlich, dass arm sein und für Kinder sorgen zu müssen nicht verwerflich ist? Wieso müssen sie sich selbst schlecht machen, sobald ein attraktiver Junggeselle auf der Bildfläche auftaucht? Ich ahne, dass es leider noch eine Weile dauern wird.

Den Rest gab mir jedoch der Protagonist. Den 27-jährigen Baseballspieler Trent Fox konnte ich nur solange ertragen, bis er seinen Mund aufmacht und man das Gefühl bekommt, es mit einem pubertierenden Jungen zu tun. Keine gut aussehende Frau wird von Trents lüsternen Gedanken und seinen kitschigen und einfallslosen Kosenamen verschont. Wobei „Zuckerkirsche“ exklusiv nur für Genevieve reserviert ist. Und wie reagiert die weibliche Bevölkerung? Mister Trent sei verziehen, schließlich ist er ein sexy Typ.

Der Schreibstil machte mir sehr zu schaffen. Explizite Szenen werden alles andere als prickelnd oder elegant beschrieben. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal ein Buch gelesen habe, indem die vulgäre Ausdrucksweise dermaßen alles verderben konnte. Die Umgangssprache war ebenfalls keine Hilfe. Benutzt jemand heutzutage noch Wörter wie „obercool“ und „Alter“? Vielleicht bin ich aber mit meinen 27 Jahren schon zu alt für Carlans Bücher. Vielleicht hatte die Autorin aber Angst, ihre Protagonisten könnten langweilig wirken und schmückte sie deshalb mit dem Gegenteil von Eloquenz aus. Na ja, ich werde es wohl nie erfahren. Lobenswert ist dagegen die Begeisterung der Autorin für das Yoga und dass sie ihre Inspiration in die gesamte Reihe hat einfließen lassen. Positiv fand ich außerdem die kurzen Erklärungen, die am Anfang jedes Kapitels zu finden sind, sodass ich etwas über Yoga erfahren habe.


Fazit

Das wunderschöne Cover lockt mit Versprechen, die von dem Inhalt nicht erfüllt werden. Da mich bereits Carlans ‚Dream Maker‘ nicht überzeugen konnte, brach mich ‚Lotus House - Lustvolles Erwachen‘ endgültig zu dem Entschluss, mir eine Pause von Carlans Büchern zu nehmen.