Gefährliches Internet

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helga Avatar

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Die 13-jährige Lainey Emerson fühlt sich zu Hause zurückgesetzt. Ihre Mutter und ihr Stiefvater sind umgezogen, das hieß für sie Schulwechsel und ihre Freunde zurücklassen. Außerdem muss sie nachmittags auf ihren achtjährigen Stiefbruder Bradley aufpassen, bis ihre Mutter von der Arbeit kommt, und ihre fast siebzehn jährige Schwester Liza ist dauernd mit ihren Freunden unterwegs und fast nie zu Hause.

Da lernt Lainey über das Internet Zach „ ElCapitan“, kennen und verliebt sich in ihn. Nachdem sie Fotos ausgetauscht haben, kommt es zum ersten Date, sie treffen sich nach der Schule und von da an ist Lainey spurlos verschwunden.

Special Agent Supervisor Bobby Dees, Spezialist für ausgerissene Kinder, übernimmt die Ermittlungen, die sich als sehr schwierig erweisen. Da erhält Bobby plötzlich ein Gemälde, welches das Porträt eines arg zugerichteten Mädchens zeigt, mit Hinweisen auf einen Ort, an dem das Mädchen dann auch tot aufgefunden wird, und es kommen weitere Gemälde. Es stellt sich heraus, dass es sich offensichtlich um einen Serienmörder handelt, den sie ab nun „Picasso“ nennen, und der irgendwo vermisste Mädchen gefangen hält.

Ein sehr schwieriger Fall für Bobby, da seine eigene Tochter Katy vor einem Jahr verschwunden ist. Nachdem er gemerkt hat, dass sie Drogen nimmt, ist sie nicht mehr nach Hause gekommen und nach wie vor nicht auffindbar. „Picasso“ ist Bobby immer einen Schritt voraus und Bobby weiß nicht, warum er gerade ihn ausgesucht hat und ihm immer wieder ein Porträt aus seiner Sammlung zukommen lässt.

Eine sehr spannende Geschichte, die einen richtig fesselt. Sie ist sehr flüssig und in angenehm kurzen Kapiteln geschrieben und die Personen werden alle, zum Teil sehr detailliert, und gut dargestellt. Vor allem die Figur der Lainey, der Kampf mit ihrem Teenageralter, dem Aussehen und der Einsamkeit zu Beginn des Buches kommt sehr intensiv herüber, aber auch Bobby hat mir sehr gut gefallen, sehr sympathisch, einfühlsam und nicht zu überzogen. Das Ende war mir allerdings etwas zu plump und abrupt, das hätte noch etwas flüssiger sein können.

Im Grunde genommen eine sehr ernste Geschichte, die zeigt, dass das Internet nicht ganz ungefährlich ist. Ein sehr gelungenes Buch und auch anders, als man es von der Autorin gewohnt ist, daher freue ich mich schon auf ihr nächstes.