Wird dem Hype nicht gerecht

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-leselust- Avatar

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Kurzmeinung:

Meine hohen Erwartungen an Marianengraben von Jasmin Schreiber wurden leider eher enttäuscht. Statt tiefgreifender Handlung und emotional fordernder Geschichte gibt es stereotype Figuren und eine Geschichte, die zwar zu unterhalten weiß, aber in allzu vorhersehbaren Bahnen verläuft.


Meine Meinung:

Das Buch Marianengraben von Jasmin Schreiber ist weit weniger tiefgründig, als der Klappentext und die vielen begeisterten Bewertungen es mich haben vermuten lassen. Im Gegenteil war es für mich eher voller Klischees. Die Kombination von traurigen und komischen Elementen war zu gewollt. Die rührenden Sätze wirkten auf mich wie extra eingebaut, nicht passend, erzwungen. Die Geschichte war eher flach und vorhersehbar und konnte mich nur an sehr wenigen Stellen wirklich berühren.

Die Metapher der Tiefe des Marianengrabens für die Trauer von Paula hat mir aber gefallen und das wurde auch über die ganze Geschichte hinweg sehr konsequent umgesetzt. Auch die immer wieder eingeschobenen Erinnerungen an Paulas kleinen Bruder Tim und seine Aussagen haben mir gefallen. Die Autorin schafft es gut, die kindliche Naivität, die manchmal aber auch so große Weisheit beinhaltet, einzufangen.

Das Buch lässt sich gut und schnell lesen. Und hat mich auch ganz gut unterhalten. Aber den Hype kann ich wirklich nicht verstehen. Das Buch war ok. Ein nettes Jugendbuch mit stereotypen Charakteren und vorhersehbarer Geschichte, die aber zu unterhalten weiß. Wenn man das alles weiß, dann kann einem das Buch auch durchaus gefallen. Und für junge Leser*innen ist es wahrscheinlich wirklich gut geeignet. Aber ich hatte andere Erwartungen und war daher enttäuscht von der eher anspruchs- und einfallslosen Story. So etwas habe ich schon tausend mal gelesen, und davon war einiges besser umgesetzt.
Aber ja: die Geschichte liest sich leicht, ist unterhaltsam und am Ende habe auch ich die ein oder andere Träne im Auge gehabt.