Nach der Lektüre dieses

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erikaw Avatar

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Nach der Lektüre dieses Buches war ich erst einmal nachdenklich und auch ein wenig sprachlos.
Allerdings muss ich auch zugeben, dass ich das Ende womöglich nicht so recht verstanden habe. Ich weiß nicht wirklich, ob Issa am Ende wirklich schuldig war oder nicht. Und wenn ja, welche Art von Schuld trägt er? Oder war er einfach nur ein Instrument, so wie auch alle anderen Protagonisten in diesem Buch?

Nun ja. Vielleicht sollte ich dieses Buch noch einmal ein wenig aufmerksamer lesen. Zunächst einmal kann ich jedenfalls sagen, dass ich es sehr beeindruckend fand, wie anschaulich beschrieben wurde, wie Informationen von diversen Geheimdiensten gesammelt werden und wie unterschiedlich diese ausgelegt werden können. Leider habe ich keine Ahnung, inwieweit diese Vorgehen realistisch sind, allerdings denke ich doch, dass es schon nah an die Realität kommt, da Carré in Vergangenheit ja auch schonmal mit dem britischen Geheimdienst zusammen gearbeitet hat.
Eigentlich ist es schon erschreckend, wie wenig solche Geheimdienste in der heutigen Zeit gewillt sind zusammen zu arbeiten. Jeder kocht sein eigenes Süppchen und natürlich will jeder den Titel "Bestes Rezept" auch für sich beanspruchen. Aber genug davon. In diesem Roman steckt also wohl auch ein großes Stücken Sozialkritik.

Zur Schreibweise von John le Carré kann ich nur noch einmal wiederholen, dass er alles sehr anschaulich beschreibt. Die Charaktere, die Handlungsorte - alles wirkt sehr plastisch und kommt auch so rüber. Spannend ist es schon, wenn auch nicht auf herkömmliche Art und Weise. Es ist einfach spannend, weil der Leser schon wissen will, wie es nun ausgeht, was passieren wird. An richter Action ist nicht viel vorhanden, aber ich fand auch nicht, dass das dem Buch gefehlt hat.