Großartiges Zeitporträt

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grashuepfer56 Avatar

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Der Schriftsteller Ulrich Alexander Boschwitz war noch sehr jung, als er diesen beeindruckend Roman schrieb. Und obwohl er selbst unter Krieg und Nationalsozialismus gelitten hat ist seine Erzählung frei von Schuldzuweisungen.

Das hervorragend gestaltete Cover ist absolut passend und lässt schon beim Anschauen erahnen, dass dieses Buch starker Tobak ist.

Der Autor beschreibt in einer deutlichen und eindrucksvollen Sprache das Leid und die Verzweiflung der Menschen, die durch den ersten großen Krieg alles verloren haben und jeden Tag erneut auf den Straßen Berlins um das bloße Überleben kämpfen. Man fragt sich automatisch woher nimmt man die Kraft dazu, wo doch jeder Tag so grau ist wie der nächste.
Doch Boschwitz zeigt auch, dass selbst die dunkelsten Tage irgendwo ein kleines Licht, eine kleine überraschende Freude bereithalten können.
Man ist so gefangen im Schicksal dieser Menschen, dass man das Gefühl hat immer direkt dabei zu sein.

Und obwohl dieses Zeitporträt von längst vergangenen Zeiten erzählt, braucht man sich nur auf den Straßen der heutigen Zeit umzuschauen um zu erkennen, dass es in unserem Land trotz Reichtum immer noch sehr viele Menschen neben dem Leben gibt.

Nach "Der Reisende" und "Menschen neben dem Leben" bin ich überzeugt, Ulrich Alexander Boschwitz hätte uns sicher noch viele beeindruckende Werke geschenkt. Wirklich schade!