Mord in Berlin

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toebi Avatar

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Dies ist der erste Teil einer Trilogie, die in den 1920er Jahren in Berlin spielt. Ich denke, selbst wenn der Zeitraum nicht explizit erwähnt werden würde, käme der Leser schnell aufgrund der Schauplätze in Tanzpalästen und Tanzlokalen in Berlin schnell darauf, in welcher Zeit dieser Krimi spielt. Als Leser darf man hier ganz einfach in die damalige Zeit eintauchen. Der Sprachstil ist einfach und ich vermute nicht dem der 1920er Jahre angepasst, was mich wiederum aber nicht gestört hat. Interessant und spannend sind die damaligen Ermittlungsmethoden. Fingerabdruckdateien wurden erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts eingeführt und die ganzen heutigen modernen Ermittlungsmethoden gab es damals noch nicht. Dadurch wirken die Ermittlungen hier etwas zäh und langwierig, aber welche Wahl hatte Martin Forster auch zu der damaligen Zeit? Als Leser muss man sich hier auch daran erinnern, dass es sich um einen Krimi und keinen Thriller handelt. Dieser Krimi lebt aus meiner Sicht auch vom Lokalkolorit, der den Autor zum Abschweifen verleitet bzw. den Leser weg vom eigentlichen Mordgeschehen und dessen Aufklärung ablenkt.
Etwas störend fand ich das pdf Format auf dem tolino zu lesen. Es war mein erstes pdf Format. Es ist aufgrund der Größenauflösung etwas anstrengend zu lesen, weshalb ich vermutlich auch länger als normal mit dem Lesen benötigt habe. Das schöne Cover fehlt leider beim ebook, aber die Schreibmaschinenüberschriften und die Schnörkel am Ende der Kapitel gefallen mir sehr gut. Verlinkungen innerhalb des ebooks, um Geschehenes aus anderen Perspektiven lesen zu können, wie bei der Leseprobe beschrieben, entwickeln sich glaube ich so langsam zum neuen Trend in der ebook Szene. Hier bin ich gespannt, ob die Lesernachfrage hierzu auch stärker wird.
Aus meiner Sicht ein solider Krimi in unserer heutigen Hauptstadt, den ich allerdings lieber im Paperback Format gelesen hätte.