Mehr als nur Strandurlaub!

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lesewahn Avatar

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Ottilie Bär und Jule Winkler sind zwei ganz unterschiedliche Frauen, die sich nur flüchtig kennen. Jule ist nicht ausgefüllt von ihrem schlecht bezahlten Job in einem Drogeriemarkt und sucht noch ihren Weg in der Berufswahl – und in der Liebe. Ottilie hingegen ist Anfang 70 und hat Familien- und Berufsleben schon hinter sich. Als sich nun sie sich mit ihrer Freundin Hildchen verkracht, kommt sie auf die Idee, Jule mit in den Urlaub nach Gran Canaria zu nehmen. Mit Geld erreicht sie, dass Jule ihren Urlaub nach vorne verlegen und mit „Tante Otti“ – wie Jule sie nun nennt – auf die Insel fliegen kann.
Um sich vor dem Urlaub etwas genauer kennenzulernen wollen sie sich in einem Spaßbad treffen. Schon beginnen die Probleme. Jule kommt pünktlich, findet aber Tante Otti zuerst nicht. Diese ist auf einer Parkbank eingeschlafen, weil sie dachte, sie hätten sich schon eher verabredet. Tante Otti ist aber nicht nur vergesslich, sondern hat einen Hang zu dramatischen Auftritten und Unternehmungen, was Jule im Urlaub schon bald herausfindet. Für Jule ist das eine echte Herausforderung, die sie gerne annimmt, vermittelt ihr Tante Otti doch ein Gefühl von Familie, das sie bisher nicht gekannt hat. Die beiden haben zwar auch ihre Meinungsverschiedenheiten, die aber nie lange dauern.
Nach dem Blick auf Cover und Titel dachte ich eigentlich das Buch ende mit dem Urlaub und betone die Unterschiede von Alt und Jung mit gewissen Slapstick-Einlagen, weshalb ich positiv überrascht war, dass auch noch andere Themen wie Demenz, Homosexualität, Ängste oder schwierige Mutter-Sohn-Beziehung in diesem Buch behandelt wurden.
Gabi Breuer erzählt nachvollziehbar wechselseitig aus den Perspektiven der Protagonistinnen, wie sich die Beziehung zwischen Ottilie und Jule langsam entwickelt, bis sie so etwas wie Freundinnen fürs Leben geworden sind. Was mir nicht so gefällt ist, dass für Ottilie Geld keine Rolle zu spielen scheint und dass deshalb für sie alles möglich ist. Jule und ihre Unsicherheiten, aber auch ihr zupackendes Handeln mag ich dagegen sehr. Die Handlung ist nie langweilig und steigert sich bis zum Happy End kontinuierlich.
Mein Fazit: Das Buch liest sich flüssig und ist gute Unterhaltungsliteratur für Sommer, Strand und Me(h)r!