Wie das wahre Leben...

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Mit Tante Otti auf die Insel

Ottilie Bär, deren Freundin nicht mit in den von ihr gebuchten Urlaub auf Gran Canaria fliegen möchte, ist darüber sehr traurig. Jule, die ihr Ingenieursstudium abgebrochen hat, nicht weiß, wie es weiter gehen soll, schuftet frustriert in einem Drogeriemarkt. Und diese beiden Frauen, ein Anfang 70 die andere Anfang 20 lernen sich in besagtem Drogeriemarkt kennen und klagen sich gegenseitig ihr leid. Dies endet darin, dass Tante Otti Jule überredet mit ihr in den Urlaub zu fliegen und den Drogeriemarktleiter überredet, ihrer „Nichte“ zwei Wochen Urlaub zu geben. Die Zeit bis dahin verläuft turbulent und beide zweifeln häufig ihre Entscheidung an, fahren aber letztendlich doch gemeinsam. Durch die starke Vergesslichkeit von Otti kommt es zu manch aufregenden Szenarien, die letztendlich immer gut ausgehen. Zudem kommt es auch zu Generationskonflikten von der Art „Mensch Otti bist du peinlich“. Und Otti gefällt manchmal die Unbeschwertheit der Jugend nicht. Wieder daheim, aus dem letztendlich für beide schönen Urlaub, bleiben die beiden in Kontakt und es kommt zu weiteren interessanten Begegnungen. Zwischen Jule und Ottis Sohn, Jule und Ottis attraktivem jungen Nachbarn und Jules Freundin. Nach Turbulenzen um eine eventuelle Demenz, drohender Bevormundung durch ihren Sohn, einem weiteren Urlaub, diesmal gemeinsam mit Ottis Freundin in den Bergen und Festanstellung von Jule in Ottis Diensten kommt alles zu einem guten Ende, auf dessen Weg alle Beteiligten viel dazu gelernt haben.
Ein spritzig, humorvoll geschriebener Roman in dem viele aktuelle und alte, ernstliche Problematiken verpackt, beschrieben und bearbeitet werden. Familienkonflikte, Freundschaft, Partnerschaft, Generationenkonflikt, Demenz, Angst vor der Einsamkeit, Ausbeutung und Homosexualität. Diesen Roman kann man trotz dieser Themen gut als leichte Feierabendlektüre lesen.