Nichts für schwache Nerven

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‚Nemesis‘ ist bereits der vierte Band aus der ‚C.-J.-Townsend‘-Reihe von Jilliane Hoffman. Die Handlung spielt in Miami (Florida, USA), wo Staatsanwältin C.J. Townsend versucht, mit allen Mitteln für Gerechtigkeit zu sorgen. Dieses Mal ist C.J. einem Club auf der Spur, der im Rahmen eines abartigen Spiels junge Frauen tötet. Aufmerksam wurde ich auf Hoffmans Buch durch das Cover. Als ich den schwarzen Panther gesehen habe, musste ich sofort wissen, um was es in dem Buch, das den geheimnisvollen Titel ‚Nemesis‘ trägt, geht. Übrigens, in der griechischen Mythologie ist Nemesis der Name einer Rachegöttin, womit hier der Titel sehr gut zu dem Buchinhalt passt.

Als ich den spannenden Klappentext überflogen habe, wollte ich das Buch unbedingt lesen, auch wenn mir die vorigen drei Teile der Reihe unbekannt sind. Allerdings muss ich gestehen, dass ich sowieso jemand bin, der kein Problem damit hat, mitten in einer Reihe einzusteigen, weshalb mich dieser Aspekt nicht besonders gestört hat. Apropos Einstieg, dank des tollen Schreibstils der Autorin, fiel es mir sehr leicht, in C.J.‘s Welt sofort einzutauchen. Ohne die Vorgeschichte zu kennen, konnte ich mir problemlos einen Überblick über die Geschichte verschaffen. Als besonders hilfreich haben sich dabei die kurzen Zusammenfassungen der früheren Geschehnisse erwiesen, die die Autorin an einigen Stellen einfließen lässt.

In ihrem Thriller hinterfragt Hoffman das juristische System und stellt Selbstjustiz, als legitim hin, solange sie im Sinne der Gerechtigkeit geschieht. Aus meiner Sicht ist diese Darstellung problematisch und ein sehr heikles Thema, sie bringt jedoch Würze in die Geschichte. Darüber hinaus wird ein kritischer Blick auf die Wahrnehmung von reichen und bekannten Personen geworfen. Besonders gefallen hat mir die Botschaft, dass Menschen, die in Öffentlichkeit stehen, nicht unterschätzt werden sollten, nur weil sie nach außen ein gutes Image abgeben.

„(…) wenn niemand Vergeltung übte, würde die Welt im Chaos versinken.“ - Zitat (Nemesis, Seite 159)

Protagonistin Chloe Joanna Larson oder einfach C.J., wie sie von den meisten genannt wird, hat sich im Laufe ihrer Karriere als Staatsanwältin einen gewissen Ruf erarbeitet. Sie gilt als jemand, der auf keinen Fall unterschätzt werden darf. Dies hat sie mehrmals bewiesen, indem sie knallhart ihre Ziele verfolgt und alles dafür tut, damit die Gerechtigkeit siegt. Wobei sich über die Bedeutung von Gerechtigkeit streiten lässt, aber das lasse ich an dieser Stelle lieber sein. Fakt ist, dass C.J. auf der Seite der Schwachen und Gebrochenen steht, obwohl sie selbst viel Schlimmes erlebt hat. Die 48-jährige musste einiges einstecken, sodass ich mich manchmal gefragt habe, was sie dazu antreibt, weiterzumachen und nicht zusammenzubrechen. Allgemein geht es für viele Frauen in ‚Nemesis‘ nicht gut aus, sodass ich noch kurz darauf hinweisen möchte, dass das Buch nicht für schwache Nerven geeignet ist.


Fazit

‚Nemesis‘ gelingt es, verschiedene Facetten von Macht und Schwäche darzustellen. Welche Macht haben Männer über Frauen? Über wie viel Macht verfügen Reiche? Haben Frauen überhaupt irgendeine Art von Macht? Unter dem Strich zeigt das Buch, dass Macht, ein unendliches Tauziehen ist, das täglich in allen Lebensbereichen stattfindet.