Neverland mal anders

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vquinn Avatar

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Das Cover erinnert im ersten Moment an ein Fantasy-Buch, aber der Klappentext zerstreut diese Theorie sehr schnell und lässt einen neugierig werden.

Die Geschichte - aus der Ich-Perspektive der Protagonistin erzählt - saugt einen schnell in ihren Bann, weil man bereits nach wenigen Kapiteln ebenso verzweifelt in Erfahrung zu bringen versucht, wie ihr Freund nun verstorben ist wie sie selbst.

Durch den flüssigen Erzählstil und die vielen kleinen Spannungsspitzen, die sich in einem Bogen durch das Buch ziehen, sind selbst die teilweise etwas langatmigen Ausführungen rund um die Einzelcharaktere sehr interessant und bieten einen Einblick hinter die Fassade des scheinbar perfekten Freundeskreises, welche mit zunehmender Länge nicht nur bröckelt, sondern völlig in sich zusammenfällt.

Nichtsdestotrotz ist das Finale und die damit entstehende Eröffnung - Spoiler! - dass die Protagonistin selbst nicht unschuldig am Lebensende ihres Lebensgefährten ist ein Pageturner, der einem schlichtweg die Sprache verschlagen will - und das auch ohne Zweifel kann.

Fazit: Dieses Buch beschreibt ohne Schönung, was passieren wäre, wenn der beschauliche Ort, den man von Peter Pan kennt, statt mit süßen Kindern mit psychotischen Teenagern gefüllt worden wäre. Neverland eben... Nur ganz anders.