Man kann es lesen - muss es aber nicht.

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern Leerer Stern
klfeigling Avatar

Von

Ich fand das Buch "Nilowsky" nicht sonderlich interessant. Die Handlung hat mich auch etwas irritiert. Der 14-jährige Markus Bäcker zieht in den 70er Jahren in einen anderen Berliner Stadtteil. Die Familie Bäcker musste umziehen weil Markus' Eltern neue Arbeit im nahegelegenen Chemiewerk gefunden haben. Über den Umzug ist Markus sehr traurig, da er alle seine Freunde zurücklassen musste. Es fällt ihm schwer sich in der neuen Umgebung einzugewöhnen, da im neuen Wohnort einfach nichts passiert. Die neue Wohnung liegt trostlos direkt an Bahngleisen, es ist laut und stinkt. In der Eckkneipe im Haus trifft Markus auf Reiner Nilowsky, den Sohn des alkoholabhängigen und prügelnden Kneipenbesitzers. Mit ihm verbringt er fortan zahlreiche Stunden am Bahngleis. Reiner, denn alle nur Nilowsky nennen (sein Nachname), hatte es in seinem bisherigen Leben nie leicht, die Mutter ist früh gestorben und der Vater ist Alkoholiker. Die zwei ungleichen Charaktere verbindet im Laufe des Buches so etwas wie Freundschaft, wenn auch einer ganz speziellen Art, denn Markus ist immer der Unterlegene. Und dann kommt Carola... Beide Jungen sind verliebt in Carola, die sich geschworen hat, nie älter als 13 zu werden. Die afrikanischen Gastarbeiter spielen ebenfalls eine Rolle.
Meine Meinung: Ich fand die Handlung sehr langatmig und nicht immer stimmig. Ich finde sie außerdem eher flache und häufig ausdruckslos/nichtssagend. Die verwendete Sprache ist meiner Meinung nach sehr derbe. Wobei man natürlich durch den umgangssprachlichen Schreibstil sehr nah am Geschehenen ist. Manchmal ist allerdings weniger mehr. Denn durch die Sprache wurde die Stimmung häufig abrupt gekippt. Leider kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen, worauf dieser Roman eigentlich abzielt. Ist es das Erwachsenwerden, die Familienprobleme, Alkoholismus, Rassismus oder Freundschaft? Irgendwie sind alle Figuren in dem Buch ein wenig schrill. Schade, dass man nie erfährt, was mit Nilowsky geschehen ist. Das Ende des Romans ist eher deprimierend als zufriedenstellend, aber eigentlich ist es logisch.
Fazit: Die Handlung war mir zu verrückt (Thema Kirschbäume). Man kann es lesen - muss es aber nicht.