Versprechen wird nicht eingehalten

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rubinje Avatar

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Schon der Titel „Noir“ und das Cover versprechen eine geheimnisvolle Geschichte. Für Spannung wird das Buch allemal sorgen, habe ich mir gedacht und begann mit dem Prolog I, der das Versprechen auch einhaltet. Man hat fast den Eindruck, dass der Prolog I zu kurz ist. Beim Lesen hatte ich nach diesem Abschnitt Lust noch mehr von dieser Geschichte zu wollen. Ein echter „Page Turner“!
Mit dem Prolog II findet der Leser zurück in die Realität und kann mit verfolgen, wie sich eine scheinbar junge Familie in einem Auto befindet, und sich der Vater und die Mutter über ihre Tochter unterhalten und es zu einer Auseinandersetzung mit Handgreiflichkeiten führt.
Auf dem Rücksitz befindet sich der fünfjährige Nino. Er verfolgt den Streit aus seiner Perspektive. Der Leser wird in di Weltsicht des kleinen Jungen geführt. Eine sehr spannende Perspektive, die sich da bietet. Leider ist sie dem Alter des Jungen keinesfalls entsprechend. Die Weltansichten des Fünfjährigen entsprechen eher denjenigen eines Erwachsenen. Von diesem Lese-Zeitpunkt an habe ich mich instinktiv von der Geschichte abgewendet und meine Gedanken befassten sich nur noch mit dem Stilbruch dieser Weltanschauung, die nicht mir nicht mehr plausibel erscheint.
Nach ein paar Seiten wechselt die Perspektive erneut und der Leser muss sich erneut in eine „Fantasie-Welt“ entführen lassen. Dieses Mal befindet er sich an einer unwahrscheinlichen, verbotenen Party. Die Figuren sind neu und scheinen mit den beiden Prologen nichts mehr zu tun, auf jeden Fall entsteht dieser Eindruck durch die kurze Leseprobe.
Insgesamt betrachtet würde ich das Buch nicht kaufen, weil es das Versprechen auf Spannung nicht einhält, die durch den Titel „Noir“ und die beiden Prologe entsteht.