Lebensbestimmende Obsessionen

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stephi Avatar

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Obsession - Bei diesem Buch ist der Titel absolut Programm. Rin wird ihr ganzes Leben lang von verschiedenen Obsessionen geplagt. In dem Buch werden in Ausschnitten einige Etappen ihres Lebens behandelt. Es geht um maßlose Eifersucht, Lügen, Todesphantasien, Unterwerfung und Seitensprünge, um hier nur einige Beispiele zu nennen.

In vier längeren Kapiteln erzählt Rin von ihrem Leben. Dabei greift sie als Ich-Erzählerin verschiedene Phasen ihres Lebens in Form von Rückblicken auf, die alle einige Gemeinsamkeiten haben - so gibt es immer einen Mann an ihrer Seite, dem sie sich ohne Einschränkungen unterwirft, sie wird immer von Todesphantasien geplagt und ihre Gedanken sind immer gleichermaßen tiefgründig und verworren - genau wie ihre Handlungen.

Auf den Inhalt der einzelnen Kapitel möchte ich gar nicht genauer eingehen, da ich nicht zu viel der Handlung verraten will. Allerdings kann ich sagen, dass für mich im Laufe des Buches einiges klarer geworden ist, was ich zu Beginn fragwürdig oder unlogisch fand.

Während ich vom ersten Kapitel noch reichlich genervt war und teilweise eine regelrechte Wut in mir aufstieg, hat mich das Buch schließlich doch noch wenigstens in Teilen überzeugen können und gerade das Ende hat mich ziemlich nachdenklich werden lassen.

Obwohl sich Rins Gedanken immer wieder um die gleichen Fragen drehen und sich viel wiederholt, was gelegentlich etwas nervig ist, konnte ich das Buch nur schwer zur Seite legen. Es lässt sich flüssig lesen und stellt sprachlich eine Mischung zwischen Slang, Umgangssprache und Schriftsprache dar. Dadurch wird Rin als Person plastischer und wirkt authentisch - auch wenn man ihre Authentizität nach manchen Handlungen in Frage stellt.

„Obsession" ist ein Buch, was erst zum Ende zeigt, was es eigentlich ausmacht. Über weite Strecken habe ich mich als Leser gefragt, was mir das Buch eigentlich sagen möchte. Um so überraschter war ich schließlich vom Ausgang und von der Entwicklung, die deutlich wird. Mit etwas Verständnis kann man Rin zum Ende hin ein wenig besser verstehen - auch wenn das ihre Handlungen nicht besser macht. Meine Befürchtung, dass sich das ganze Buch im Stil des ersten Kapitels, welches von maßlos übersteigerter Eifersucht geprägt ist, hat sich glücklicherweise nicht bestätigt. Dennoch kann der Einstieg dadurch nicht wett gemacht werden.